Das Problem mit dem Übermenschlichen ist der menschliche Teil, weiß Amanda Waller (Viola Davis), die für eine geheime US-Regierungsorganisation arbeitet. Eine umkämpfte Stadt wie Gotham City braucht mehr als nur einen Superhelden wie Batman und so lautet Wallers Plan, "Feuer mit Feuer zu bekämpfen". Sie rekrutiert eingesperrte Bösewichte, um sie an der kurzen Leine zu halten. Dass dieser Plan seine Schwächen hat, schwant einem schon. Prompt reißt die Hexe Enchantress alias June Moone (Cara Delevingne) aus und macht das Eingreifen dieses sogenannten "Suicide Squad" erst nötig. Das Höllenkommando besteht unter anderem aus Deadshot (Will Smith), Diabolo (Jay Hernandez) und Killer Croc (Adewale Akinnuoye-Agbaje) sowie Jokers (Jared Leto) Angetrauter mit dem Namen Harley Quinn (Margot Robbie). Dass sich Verbrecher schlecht zur Verbrechensbekämpfung einsetzen lassen, wissen diese selbst und argumentieren humanistisch. So lässt Diabolo verlauten: "Ich bin keine Waffe!" und lehnt dankend ab. Allerdings ist der Hochsicherheitstrakt eben keine gute Verhandlungsposition. Also ziehen sie dann doch widerwillig gegen das Verbrechen von Gotham ins Feld: Einerseits lässt man ihnen keine Wahl, andererseits haben sie gerade irgendwie auch nichts Besseres vor.

Grelle Farben


Das ist alles ein bisschen überdeutlich und in zu grellen Farben gezeichnet. Enchantress, welche die Vernichtung der Menschheit heraufbeschwört und den ganzen Film über recht statisch an einer Wunderwaffe rührt, wird verkörpert von einer unglaubwürdigen Cara Delevingne. Weil alles grellbunt ist, werden die offensichtlichen Schwächen des Plans auch nicht an den Stellen abgeklopft, an denen Gut und Böse, Schwarz und Weiß, vielleicht in Grau übergehen würden. Denn man bekommt so seine Zweifel, wer hier überhaupt "die Bösen" sind. Kaum angedeutet, ist der Knackpunkt zugunsten ein paar müder Witze schon wieder vergessen: Haben Bösewichte, bei denen ununterbrochen betont wird, dass sie erst von der Gesellschaft zu solchen gemacht wurden, überhaupt ein Interesse daran, sie zu retten? Vielleicht wirkt das Ganze deswegen so unmotiviert. Einzig Will Smiths Deadshot gibt ein bisschen kontra, alle anderen Bösewichte laufen zahm der Unternehmung hinterher. Zwar gibt sich der Film eingangs alle Mühe, seine Protagonisten vorzustellen, doch den Wahnsinn, der ihnen angedichtet wird, nimmt man ihnen nicht ab. Vielmehr scheinen sie noch wie die Vernünftigeren in diesem Himmelfahrtskommando, und das ist doch etwas enttäuschend. Dazu inszeniert Regisseur David Ayer die Comicverfilmung relativ spannungsarm, einzig auf die Frage ausgerichtet, ob ein schlechter Plan von gnädigen Bösewichten doch noch gerettet werden kann. So nimmt der von Zack Snyder mitproduzierte "Suicide Squad" aus dem DC-Comics-Universum seine Schurken als solche nicht ganz ernst, und wirklich beängstigend ist letzten Endes nur die fabelhafte Viola Davis als kühl kalkulierende Amanda Waller. Denn böse Buben, die sich selbst immer wieder sagen müssen, wie böse sie sind, sind es möglicherweise gar nicht.

ACTION

Suicide Squad, USA 2016

Regie: David Ayer. Mit Will Smith, Jared Leto, Margot Robbie