Der Brasilianer Kleber Mendonça Filho erzählt von der 65-jährigen pensionierten Musikkritikerin Clara (Sônia Braga), die in Recife in einem alten Wohnkomplex mit Meerblick namens "Aquarius" lebt. Doch alle Apartments im Haus wurden bereits von einer Firma aufgekauft, die damit bestimmte Pläne verfolgt. Clara weigert sich standhaft, die Wohnung aufzugeben, für die sie ein Wohnrecht bis zu ihrem Lebensende hat. Ein kalter Krieg zwischen ihr und den Eigentümern beginnt.

"Aquarius" sagt in seiner Schlichtheit sehr viel über die brasilianische Gesellschaft aus und reflektiert auf subtile Weise, wie mit Immobilienspekulation in Brasilien, speziell in Recife, nicht nur Politik gemacht wird, zu der immer auch der Geruch der Korruption gehört, sondern wie man auch auf einer psychologischen Ebene mit alten Mietern verfährt. Sind diese erst einmal rausgedrängt, werden die Häuser abgerissen und teuer gehandelte Neubauten an ihre Stelle gebaut.

Weil Filho diese reale Praxis auf ein persönliches Schicksal herunterbricht, ist "Aquarius" ganz nebenbei auch eine metaphorische Szenensammlung vom Handeln moderner Großkonzerne, die längst mit psychologischen Mitteln agieren, um ihre Ziele zu erreichen. Clara gerät zunehmend unter Druck und beginnt bald, an ihrem Verstand zu zweifeln. (Mindestens) so weit kann psychologische Einschüchterung gehen.

Sônia Braga spielt diese Clara sehr überzeugend und hat in all ihrer scheinbaren Bescheidenheit die Leinwand fest im Griff. Sie ist der Trumpf dieses Films.