Mehr Beifall geht nicht. Wenn die Musikgötter von Queen eine Arena begeistern, schwillt der Jubel ins Unermessliche. "Bohemian Rhapsody", der Spielfilm über die Rekordrocker mit dem Energiezentrum Freddie Mercury, verdeutlicht das einmal so beiläufig wie wirkungsvoll. Regisseur Bryan Singer lässt das Gejohle der Massen in das Dröhnen des Jumbojets der Band übergleiten: ein starker Moment in den 135 Filmminuten.

Überhaupt spielt diese Biografie, nach dem Zank um Drehbuch und Besetzung selbst ein Rekordprojekt von zehn Jahren, opulent auf der Orgel der Effekte. "Bohemian Rhapsody" ist ein bewegter Prachtband für Auge und Ohr geworden, freilich auch ein Gedenkdienst für das HIV-Opfer Mercury. Begleitet von Playback-Aufnahmen der obligaten Greatest Hits, glänzen Freddies 70er-Roben ebenso wie seine Leder-Accessoires der 80er, und die Konzertauftritte werden mit einer Präzision nachgespielt, die ihresgleichen sucht. Die Crux liegt allerdings im Drehbuch. Ist die Erfolgsgeschichte erst einmal bis zur Eroberung der Chartspitze erzählt, schwenkt der Film auf die klassische Dramaturgie einer Läuterung um. Die Band-Historie wird dafür großzügig zurechtgebogen und nur bis 1985 erzählt. Wir erleben einen Freddie (charismatisch: Rami Malek), der seine homosexuelle Seite entdeckt, sich zugleich aber in Exzessen verliert. Zu guter Letzt versöhnt er sich in einer so sentimentalen wie erfundenen Verknüpfung der Ereignisse fast gleichzeitig mit der Band, dem Vater und singt bei Bob Geldofs "Live Aid" für das hungernde Afrika. Ein Fest für Fans, aber wahrlich keine Geschichtsstunde.