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Kultur

Update: 07.11.2018, 16:44 Uhr

Filmkritik

Gutherzig gegen lasziv




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Von Thomas Fanta

  • "Nur ein kleiner Gefallen", der allzu bald ausartet.

Wenn man um einen kleinen Gefallen gebeten wird, kann das ziemlich ausarten. So passiert es der mäßig erfolgreichen Mom-Bloggerin Stephanie (Anna Kendrick), allein erziehende Mutter von Miles (Joshua Satine). Sie teilt nicht nur ihre Umwelt mit Höhen und Tiefen ihres Lebens, ist auch ungemein hilfsbereit. Als sie von ihrer neuen Freundin Emily (Blake Lively), einer Mode-PR-Chefin, gebeten wird, Sohn Nicky (Ian Ho) für ein paar Stunden mit nach Hause zu nehmen, kommt sie der Bitte natürlich nach. Doch Emily kommt nicht, bleibt wochenlang verschwunden. Stephanie kümmert sich mit Emilys Ehemann (Henry Golding) weiterhin fürsorglich um den Jungen. Die beiden kommen einander näher, ob sich ihr ein neues Leben eröffnet?

Doch bei der Suche nach der geheimnisvollen Emily beginnt alles in völlig neuem Licht zu erscheinen. Derartiges, von Romantik bis Mysterykrimi, hätte man Regisseur Paul Feig kaum zugetraut, bekannt durch oberflächliche Komik in "Brautalarm", "Taffe Mädels" oder dem angefeindeten Frauen-Remake "Ghostbusters". Frauenpower ohne Ende gibt es hier auch, doch als schwarzhumorig-satirische Noir-Thriller-Komödie bekommt sie wesentlich mehr Pfiff. Der krasse Unterschied zwischen der naiven Anna Kendrick und der modisch aufgeputzten, lasziven "Femme fatale" Blake Lively ist mit bissigen Bemerkungen ungemein unterhaltsam. Dass die Thrillerelemente gegenüber der giftigen, abgründigen Geschichte weniger überzeugen, nimmt man gern in Kauf.

Information

Mysterythriller

Nur ein kleiner Gefallen,

USA 2018

Regie: Paul Feig

Mit: Anna Kendrick, Blake Lively, Henry Golding





Schlagwörter

Filmkritik

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-11-07 16:37:08
Letzte Änderung am 2018-11-07 16:44:50


Kommentar

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