Pippi Langstrumpf, Michel aus Lönneberga, Ronja Räubertochter, Madita, Mio . . . die Liste ihrer Kinderbuchhelden ist lang: Astrid Lindgren zählt zu den bekanntesten Kinder- und Jugendbuchautoren weltweit. Inzwischen lesen mehrere Generationen ihre Bücher, aber von ihrem Leben kennt man höchstens ein paar Fakten.

Regisseurin Pernille Fischer Christensen richtet den Fokus ihrer Filmbiografie auf rund vier Jahre in Astrid Lindgrens Leben, die prägend für ihre weitere Karriere sein werden: Nach Astrids (Alba August) Abschlussexamen wird ihr bei der Ortszeitung in Vimmerby im südschwedischen Småland die Stelle einer Volontärin angeboten. Eine Affäre mit dem Chefredakteur und Eigentümer bleibt nicht folgenlos: Im Alter von nur 18 Jahren wird sie unverheiratet schwanger. Eine Ehe kommt nicht in Frage, denn der Kindsvater lebt gerade in der Scheidungsphase und kann sich keinen Skandal leisten. Ihren Sohn bringt sie geheim in Kopenhagen bei einer Pflegemutter zur Welt. Der Kampf um ihr Überleben in Stockholm fern ihrer Familie und ihres Sohnes beginnt. Dabei verliert sie nie ihre couragierte Eigenwilligkeit, die sich in ihren Geschichten widerspiegelt. Auch gesellschaftlichen Konventionen der 1920er Jahre steht sie fast gleichgültig gegenüber.

Pernille Fischer Christensen vermeidet die Klischees des großen Dramas und setzt auf kühle, detailreiche Bilder. Die Emotionen entstehen rein durch die von Alba August sensibel getragene Lebensgeschichte.