• vom 05.12.2018, 15:44 Uhr

Kultur

Update: 05.12.2018, 16:14 Uhr

Filmkritik

"Widows" als intelligentes, vielschichtiges Meisterwerk




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Von Thomas Fanta

  • Raubzug der Witwen

Vier Frauen kennen einander nicht, drei waren Ehepartnerinnen von Kriminellen, die während eines Überfalls mit Millionenbeute ums Leben gekommen sind. Weil sie vom Beraubten heftig bedrängt wird, beschließt die pleitegegangene Veronica Rawlin (Viola Davis), afroamerikanische Frau des Anführers (in kurzer Rolle: Liam Neeson), sich mit den anderen Witwen (Michelle Rodriguez, Elizabeth Debicki) zusammenzuschließen, um durch einen anderen Überfall das nötige Geld zu beschaffen. Ihr Leben hängt davon ab. Doch sie haben nicht die geringste kriminelle Erfahrung. Zu ihrer Fluchtwagenfahrerin wird die Friseuse Belle (Cynthia Erivo).

Diese vier erinnern vordergründig an "Ocean’s Eight", sind aber kaum vergleichbar. Denn es handelt sich zwar auch um einen Krimi, aber um keinen Actionfilm, kein Heist-Movie, keine Powerfrauen. Es geht wesentlich vielschichtiger um das Leid der Witwen: Kummer, Trauer, Verrat, Rassismus, bis zur Medien-Satire und korrupte US-Politik (kurze Rolle: Colin Farell). Viele provokante Nebenhandlungen beleuchten obendrein die dunklen Seiten des heutigen Chicagos.

Information

Thriller/Drama

Widows - Tödliche Witwen (Widows), USA/GB 2018

Regie: Steve McQueen

Mit: Viola Davis, Michelle Rodriguez, Elizabeth Debicki

Derartig umfangreiche Drama-Kombinationen hat man selten gesehen. Wobei die 130 Minuten immer spannend bleiben. Nach "12 Years A Slave" das nächste, intelligente, emotionale, zeitgemäße Meisterwerk von Steve McQueen, fernab der weichspülenden Hollywood-Blockbuster. Mit der sinnvollen Drehbuch-Mitwirkung der Autorin von "Gone Girl", Gillian Flynn.





Schlagwörter

Filmkritik, Widows, Steve Mc Queen

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-12-05 15:55:40
Letzte Änderung am 2018-12-05 16:14:46


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