• vom 06.02.2019, 15:56 Uhr

Kultur

Update: 06.02.2019, 16:24 Uhr

Filmkritik

Glenn Close beeindruckt als literarische Königsmacherin




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Von Verena Franke

  • "Die Frau des Nobelpreisträgers" zeigt Abgründe einer Ehe.

Sie wirkt scheu, möchte auf gar keinen Fall im Rampenlicht stehen. Und erst recht nicht, als ihr Ehemann mit dem Literatur-Nobelpreis ausgezeichnet wird und sich ein mediales Karussell zu drehen beginnt. Doch Joan ist viel mehr als die Hausfrau und Mutter, die ihrem erfolgreichen Mann den Rücken stärkt und seine narzisstischen Anwandlungen und Affären fast schon stoisch erträgt. "Ich bin eine Königsmacherin", sagt sie zum König von Schweden am Staatsbankett.

Mithilfe von Rückblenden erzählt der schwedische Regisseur Björn Rungen den Beginn ihrer Liebe in den 50er Jahren als Joe Castleman noch als verheirateter Literaturprofessor die höchst talentierte Studentin Joan zum Schreiben motivierte. 40 Jahre später scheint ihre Beziehung noch immer glücklich zu sein. Doch die Verleihung des Nobelpreises und ein sich ständig einmischender und manipulativer Biograf bringen die Fassade der heilen Welt alsbald ins Bröckeln.

Information

Drama
Die Frau des Nobelpreisträgers (The Wife)
GB/USA/S 2017
Regie: Björn Runge
Mit Glenn Close, Jonathan Pryce, Max Irons, Christian Slater

"Die Frau des Nobelpreisträgers" - nach den Roman "The Wife" von Meg Wolitzer - mit Glen Close und Jonathan Pryce in den Hauptrollen könnte nicht besser gecastet sein: Close, für diese Rolle übrigens in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin oscarnominiert, zeigt nur in kleinen Andeutungen wie Mundwinkelzuckungen oder kurzen Blicken, wie es wirklich um ihre Ehe steht, wie sehr sie ihren Ehemann inzwischen hasst. Pryce hingegen gibt den alternden Luftikus, für den man sich fremdschämt.





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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2019
Dokument erstellt am 2019-02-06 16:08:48
Letzte Änderung am 2019-02-06 16:24:17



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