• vom 06.02.2019, 15:59 Uhr

Kultur

Update: 06.02.2019, 16:36 Uhr

Filmkritik

Rasanter und kunterbunter "Lego Movie 2"




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Von Verena Franke

  • Sequel kann an den Erfolg des ersten Teils teilweise anknüpfen.

Verschanzt: Lucy/Wyldstyle (l.), Emmet und Ultrakatty beobachten ein feindliches, fliegendes Objekt. - © Warner Bros

Verschanzt: Lucy/Wyldstyle (l.), Emmet und Ultrakatty beobachten ein feindliches, fliegendes Objekt. © Warner Bros

Fünf Jahre ist es her, als Steinstadt im Kampf gegen Lord Business zerstört wurde. Es herrscht nun Krieg in seiner allerschlimmsten Form - zumindest aus der Sicht der Bewohner von Steinstadt: Es wird mit Stickern geschossen, rosarote, zuvor noch allerliebste Herzen explodieren. Emmets trotz allen Übels stets gute Laune und sein Lied "Everything Is Awesome" nerven obendrein in dieser Plastik-Underworld à la "Mad Max". Dann wird auch noch Emmets Freundin Lucy alias Wyldstyle vom Alien Sweet Mischmasch entführt, nachdem gigantische Monster wieder einmal versucht haben, Emmets Heimat niederzumetzeln. Auch Batman, Kitty und Co. reisen unfreiwillig mit dem Alien in Richtung Systar System davon - ob es ein Zufall ist, dass Systar wie das englische Sister für Schwester klingt? Natürlich nicht! - Legosteinchen gegen Duploklötzchen (oder vielleicht auch umgekehrt) ziehen in den Krieg: Großer Bruder gegen kleinere Schwester, könnte man glauben, wenn etwa Batman gegen glitterkotzende Sternchen antritt. Lego-Held Emmet träumt jedenfalls von einer drohenden Apokalypse.

Unerforschte Galaxien

Information

Fantasy

The Lego Movie 2, DK/CDN/N/AUS/USA 2019
Regie: Mike Mitchell

Doch vorerst muss Emmet seine Freunde retten und bekommt auf dem Flug in unerforschte Galaxien Hilfe: Der smarte und erfolgreiche Rex Dangervest mit seinen Haustier-Raptoren erklärt sich bereit, Emmet etwas zu lehren und ihm beizustehen.

Unterdessen besingt die formwandelnde Königin Wasimma Si-Willi seine Freundin Lucy und ihre Freunde und beschwört, dass sie gar nicht böse sei und eigentlich nur Batman ehelichen möchte, was es für Emmet, Lucy und ihre Lego-Kameraden zu verhindern gilt: Die Bedrohung aus dem Systar-Universum soll endgültig bekämpft werden.

Ganze Palette an Unterhaltung

Im zweiten Teil des Lego-Films haben Phil Lord und Christopher Miller die Regie an Mike Mitchell übergeben, die beiden blieben aber als Drehbuchautoren und Produzenten erhalten. Auch das Sequel strotzt vor bunter, formwandelnder Ideen, die in 3D so richtig fantasievoll erscheinen - etwa Königin Wasimma Si-Willi, deren Körper sich ständig verändert. Die Schnitte sind auch diesmal sehr schnell, fast schon übereilt, wie auch die Gags, Anspielungen an Filme oder deren Darsteller, sodass man das Gefühl hat, man hätte doch eben einen Schmäh verpasst. Kurzes Nachdenken ist zeitlich nicht drinnen, sonst ist der nächste versäumt.

Vom Schmunzeln bis laut Lachen bietet das Drehbuch die ganze Palette an Unterhaltung - inklusive kunterbunte Steinchen-Welten als kreatives Festmahl. Für dieses Übermaß an Sinneseindrücken sollte man auf jeden Fall ausgeschlafen sein. Dass manches nicht unbedingt logisch erscheint und vieles ein wenig konstruiert wirkt, um ein wenig zu absichtlich an den Erfolg vom ersten Teil anzuknüpfen, ist sehr schnell vergessen - nicht einmal dafür gibt es Zeit.





Schlagwörter

Filmkritik, Lego Movie 2

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2019
Dokument erstellt am 2019-02-06 16:11:57
Letzte Änderung am 2019-02-06 16:36:05



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