Yuli, Sohn des Ogún, nennt ihn sein Vater nach dem Sohn eines afrikanischen Kriegsgotts. Und Carlos ist ein Kämpfer - zuerst gegen den Wunsch seines Vaters: Der erkennt sein Talent und nötigt ihn, eine Ballettausbildung im Havanna der 1970er Jahre zu beginnen. Mit dem "Ich bin nicht schwul"-Argument schwänzt er den Unterricht, denn er erkennt nicht die Chance, die ihm diese Ausbildung ermöglicht. Nämlich, aus dem Vorort Havannas und seiner zehnköpfigen Geschwisterschar seiner Patchworkfamilie flüchten zu können in ein besseres Leben. Letztlich überzeugt ihn die Grausamkeit seines Vaters. Dennoch: Tänzer wollte er nie werden.

Jahre später ist er ein Tanzstar, der beim Royal Ballet in London als erster dunkelhäutiger Romeo Erfolge feiert, choreografiert, schauspielt und Bücher schreibt - wie seine Autobiografie, auf der das Biopic "Yuli" basiert.

Regisseurin Icíar Bollaín und Autor Paul Laverty verwandeln diese außergewöhnliche Lebensgeschichte in eine vielschichtige Auseinandersetzung, die neben politischen Ereignissen wie die Balsero-Krise 1994, als Kubaner auf Flößen in die USA flüchteten, sich auch mit der Diskriminierung aufgrund der Hautfarbe auseinandersetzt und sich mit den Problemen innerhalb einer Familie mit afrokubanischem Vater und weißer Mutter beschäftigt. Die Geschichte wird mit Rückblenden genauso erzählt wie mit emotionalen Tanzsequenzen, in denen Acosta in die Rolle seines Vaters schlüpft. Ein raffiniertes Geflecht, das nicht die gängige Geschichte eines Künstlers erzählt, der seinem Traum folgt.