(greu) Livia (Alexandra Maria Lara) und Marco (Sebastian Blomberg) haben Stress mit ihrem Nachwuchs, der nicht und nicht verstummen will und regelmäßig das Beziehungsleben der beiden stört. Sex zu haben, wenn lauthals das Babyphon angeht, das gelingt irgendwie nicht. Die Lösung: Das Schreibaby in den Kindersitz packen und nachts auf der Autobahn bei 130 Km/H darauf warten, bis es sanft entschlummert - nur so können Livia und Marco ihr Baby ruhigstellen.

Diese Nacht läuft aber alles aus dem Ruder: Bei einer Autobahn-Raststätte wird das Auto mitsamt Baby von einem Kleinganoven-Pärchen (Georg Friedrich, Carol Schuler) entführt, das ganz schön verdutzt dreinschaut, als es bemerkt, was da am Rücksitz mitfährt. Die Eltern haben indes die Verfolgung der Ganoven aufgenommen, mitten durch eine verregnete Nacht.

Es gibt in einem missglückten Film oft diesen Moment, in dem er kippt. Das passiert in Christoph Schaubs "Nachtlärm" nach dem Buch von Martin Suter ziemlich früh. Von Beginn an ist die Besetzung unstimmig, vor allem Lara tut sich schwer, authentisch zu sein in diesem Film. Zudem hätte es die überaus aufgeregte Inszenierung und den hanebüchenen Krimi-Plot nicht gebraucht, um ausreichend Spannung zu erzeugen. "Nachtlärm" wirkt unausgegoren, wie auch schon Schaubs und Suters erste Zusammenarbeit "Giulias Verschwinden". Hier wie da kann Schaub die zuerst mühsam aufgebaute Ausgangssituation nicht zu einer das Zuschauerinteresse haltenden Erzählung verdichten.