• vom 30.10.2012, 14:42 Uhr

Kultur

Update: 30.10.2012, 15:01 Uhr

Filmkritik

Die Vorteile eines Daseins als Mauerblümchen




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Von Thomas Fanta

  • Filmdrama: Vielleicht lieber morgen

Der Autor des Coming-of-Age-Bestsellers "The Perks of Being a Wallflower", Stephen Chbosky, hat für die Verfilmung seines Briefromans selbst das Drehbuch geschrieben und führt auch Regie.
Dass er nahe an seiner Vorlage bleibt, erweist sich ebenso als Vorteil wie die tolle Besetzung. Vordergründig geht es wieder einmal um einen jungen Außenseiter. Charlie (Logan Lerman) leidet unter Schul-Mobbing, mangelndem Selbstbewusstsein, Introvertiertheit sowie Traumatisierung. Als er jedoch das exzentrische Geschwisterpaar Sam und Patrick (Emma Watson, Ezra Miller), Schüler des Abschlussjahrganges, kennenlernt und sich ihnen anschließen darf, führt sein holpriger Weg ins Leben allmählich in andere Bahnen.


Angenehm leise
Trotz bekannter Thematik ist die Inszenierung außergewöhnlich echt, gefühlvoll und angenehm leise ausgefallen. Darüber hinaus beschränkt sich die Geschichte nicht nur auf ein Außenseiter-Porträt, sondern beleuchtet das Erwachsenwerden an einer US-High School. Die Vielschichtigkeit wird durch Charlys gegensätzliche Gefühle ergänzt: Ängste und Zweifel streiten mit Zuversicht, dazu kommt die erste Liebe. Sein schmerz- wie hoffnungsvoller Weg durch die Katharsis-ähnliche Entwicklung stellt darüber hinaus eine ungewöhnliche Ergänzung zu ähnlichen Filmen dar. Schließlich kommen sogar "Die Vorteile, ein Mauerblümchen zu sein" (so der Originaltitel) als Erkenntnis heraus. Auch nicht selbstverständlich: Das hervorragende junge Darsteller-Trio wächst einem bald ganz gewaltig ans Herz.

Drama
Vielleicht lieber morgen, USA 2012
Regie: Stephen Chbosky.
Mit: Logan Lerman, Emma Watson




Schlagwörter

Filmkritik

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Dokument erstellt am 2012-10-30 14:47:03
Letzte Änderung am 2012-10-30 15:01:56


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