(fan) Der stille, träumerische, doch beharrliche Theaterautor Martin (Nicholas Reinke) und die höchst engagierte Umweltaktivistin Isabel (Claudia Eisinger) sind seit Jahren beste Freunde. Als sie packt, um sich für einen dreijährigen Aufenthalt in Mali gegen genmanipuliertes Saatgut einzusetzen, kommt er drauf, dass er ihr seine Gefühle gestehen muss. Für Isabel, die diese erwidert, kommt diese Liebeserklärung ein klein wenig zu spät.

Als sich der Abflug verzögert, beschließt sie, doch noch einmal in die Stadt zurückzufahren, um ihr Verhältnis zu klären. Doch er ist unauffindbar. Gemeinsam mit seinen Theaterkollegen geht sie auf die Suche nach ihm, wofür noch genau drei Stunden übrig bleiben.

Offenbar wissen "Harry und Sally"-Nachkommen nicht mehr, wann es Zeit ist, sich zu binden, oder welchen Platz Liebe in den unterschiedlichen Lebensvorstellungen überhaupt einnimmt. Darum geht es in "Drei Stunden". Wobei es damit anfängt, dass der Status der "dicken Freundschaft" nicht wirklich glaubwürdig rüberkommt, weil die Emotionen zu wenig erkennbar sind.

Chaotisches Innenleben soll mit Unterhaltungskino verbunden werden. Dabei spielen Zufälligkeiten eine auch nicht sehr wahrscheinliche Rolle. Dafür geraten alle in Zeitdruck, was das Tempo erhöhen soll. Was auch nötig ist, denn zu Filmmitte tritt einiges auf der Stelle. Immer mehr entsteht der Eindruck von künstlicher, bemühter Gewolltheit, die nur durch die engagierten Schauspieler gemildert wird.

Komödie
Drei Stunden, D 2012
Regie: Boris Kunz
Mit Nicholas Reinke, Claudia Eisinger, Peter Nitzsche