(az) Wer denkt bei aller Geschwindigkeit noch daran, dass in den Formel-1-Wägen Menschen sitzen, unterschiedliche Persönlichkeiten, mit ganz bestimmten Motivationen, sich auf ein Rennen in so einem "Sarg auf Rädern" überhaupt einzulassen? In dieser Hinsicht gelingt Regisseur Ron Howard und Autor Peter Morgan mit "Rush" ein guter Zugang zu einer prinzipiell klassischen Rivalen-Geschichte: Sie nehmen sich - eher ungewöhnlich im Mainstreamkino - relativ viel Zeit, ihre Figuren aufzubauen. Der junge Niki Lauda trifft Anfang der 70er Jahre auf den Briten James Hunt, damals beide noch in der Formel 3, bald aber Rivalen in der Formel 1. Bis zur entscheidenden Grand-Prix-Saison 1976, nach Laudas dramatischem Unfall auf dem Nürburgring, skizzieren Howard und Morgan beider Karriere anhand der wichtigsten Ereignisse. Daniel Brühl gibt Lauda wie offiziell bekannt als menschenscheu, ohne Umschweife und in seiner (auch sich selbst gegenüber) rücksichtslosen Direktheit fast liebenswert. Chris Hemsworth verkörpert den Lebemann Hunt, den impulsiven Gegensatz zum rationalen Lauda.

Es sind aber auch die sehr effektiv montierten Rennszenen, die dem Film (in körniger 70er-Jahre-Optik) Spannung und Reiz verleihen, sowie ironischer Humor. Einige redundante Szenen weniger und noch mehr Mut, Konventionen auszudehnen, hätten "Rush" noch besser getan. Aber manchmal ist gut eben doch gut genug.

Action-Drama

Rush - Alles für den Sieg, USA/D/GB 2013

Regie: Ron Howard. Mit Daniel Brühl, Chris Hemsworth