Was geht eigentlich in den Menschen vor, die tagtäglich Milliarden an Euro verschieben, investieren, verzocken? In jenen, die die Motoren der Wirtschaftskrise gewesen sind? Der deutsche Regisseur Marc Bauder geht dieser Frage in seiner Doku "Master of the Universe" nach; darin lässt er den einstigen Top-Banker Rainer Voss schildern, wie sich der Betrieb in den Frankfurter Großbanken über die Jahrzehnte immer mehr zum Zocker-Paradies gewandelt hat - und wie die Protagonisten der einstigen sagenhaften Geldvermehrung letztlich zu den Totengräbern des Systems geworden sind. Eines Systems, das nur mehr noch dank massiver Staatshilfen am Leben ist.

Bauder platziert Voss in leerstehenden Bank-Räumlichkeiten in einem Frankfurter Hochhaus. Dort berichtet Voss, gekleidet im Anzug mit lässigem Schal (und schon darob rein optisch ein Revoluzzer seiner Zunft), von den Wahnwitzigkeiten der Finanzwelt: "Vor 20 Jahren war die Haltedauer einer Aktie im Durchschnitt vier Jahre und heute sind wir bei 22 Sekunden. Der Sinn, eine Unternehmensbeteiligung für 22 Sekunden zu behalten, also das kann mir keiner erklären", sagt Voss. Es ist dies nur eine der zahllosen Absurditäten, die zum Kopfschütteln anregen, wenn Voss aus dem Nähkästchen plaudert. Der Film illustriert das mit eintönigen, dafür umso wirkungsvolleren Bildern verlassener Büroräume, von denen aus das Unheil seinen Lauf nahm.