Erst ist er ja dagegen. Nachdem Computerforscher Will Caster (Johnny Depp) beim Anschlag einer Antitechno-Gruppe verstrahlt worden ist, will seine Frau Evelyn ihn "hochladen". Ja, genau, sein Bewusstsein in den Computer "hochladen wie einen Song". Vor dem Attentat hatte Caster an einer solchen künstlichen Intelligenz gearbeitet. Evelyn überredet ihn schließlich, aber scheint zu scheitern. Traurig verabschiedet sie sich von einem Bildschirm mit blinkenden Zahlenfolgen - und nicht etwa von ihrem daneben liegenden toten Mann. Doch dann kommt sie, die Nachricht aus dem Jenseits, im altmodischen Chatmodus: "Ist da jemand?"

Nun ist Evelyn mit ihrem maschinell wiederauferstandenen Gatten auf der Flucht vor den Technikfeinden. Mit dem ist sie via Bildschirm verbunden, auf dem er erst noch todkrank aussieht, wie ein Pixel-Hellraiser und sich schnell in Richtung smarter Max Headroom erholt. Caster heißt der Mann wohl nicht zufällig, auch Drehbuchautoren haben ihre griechischen Sterblichkeitsmythen gelesen. Dazu eine Prise "Matrix": In der Wüste baut sich Caster eine Armee von unzerstörbaren Technozauberhybriden und seiner Frau wird er auch immer unheimlicher. Ganz abgesehen von den fiesen Nanopartikeln, die sich selbständig machen. Jetzt soll er aufgehalten werden, und wie? "Wir müssen das Internet ausschalten!" Apokalypse folgt.

"Transcendence" will ein Thriller mit Sendungsbewusstsein sein, entscheidet sich aber plötzlich, dass der Böse doch irgendwie so eigentlich ein bisschen der Gute ist. Den schlüssigen Grund dafür bleibt er aber schuldig.

Science-Fiction

Transcendence, USA 2014

Regie: Wally Pfister