Der Touristenführer Rydal (Oscar Isaac) will im Athen der 60er Jahre etwas dazuverdienen, weshalb er sich mit allerlei Betrügereien über Wasser hält. Er lernt den Amerikaner Chester MacFarland (Viggo Mortensen) und dessen Frau Colette (Kirsten Dunst) kennen, die gerade auf einem Trip durch Europa sind. Rydal merkt aber schnell, dass es sich bei den MacFarlands nicht um gewöhnliche Urlauber handelt, sondern um Betrüger im wirklich ganz großen Stil. Das nunmehrige Trio wird bald auch Feindseligkeiten zueinander entwickeln und einander heftig misstrauen.

Patricia Highsmith veröffentlichte ihren Roman "Die zwei Gesichter des Januars" 1964, gut zehn Jahre nach ihrem großen Erfolg "Der talentierte Mr. Ripley". Es lassen sich durchaus Ähnlichkeiten feststellen, denn wieder geht es um eine vorgegaukelte Identität, um Amerikaner in Europa, um Mord, Eifersucht und eiskalte Durchtriebenheit. Allein: Highsmiths "Januar" erreicht an keiner Stelle die Hochspannung von "Ripley".

Inszeniert hat Debütant Hossein Amini, der sonst Drehbücher schreibt (unter anderem "Drive" von Nicolas Winding Refn). Seine Regie ist aber durchwegs zu vorsichtig; er packt die Geschichte mit zu viel Respekt an, sodass sich am Ende bloß unaufgeregte Bilder aneinanderreihen. Zudem hätte es gerade bei einer solchen Geschichte mehr Tiefgründigkeit in der Figurenzeichnung gebraucht. Immerhin ist das Gauner-Trio fabelhaft besetzt, der 60er-Jahre-Look detailgetreu nachempfunden.

THRILLER

Die zwei Gesichter des Januars, USA/GB/F 2014

Regie: Hossein Amini. Mit: Viggo Mortensen, Kirsten Dunst