• vom 22.07.2015, 14:13 Uhr

Kultur

Update: 22.07.2015, 18:35 Uhr

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Chance für einen Neuanfang

(fan) Vor etwa zwei Jahren erzählten die Coen-Brüder in "Inside Llewyn Davis" eine Woche aus dem Leben eines Folkmusikers im New York der 1960er Jahre, dessen unentdecktes Genie an seiner schier unbeirrbaren Berufung zu zerbrechen drohte. Der Nachwuchsregisseur Frieder Wittich wiederum hatte mit seinem Filmerstling "13 Semester" ein recht unterhaltsames deutsches Pendant zu den US-Studentenkomödien geliefert. Nun verbindet er beide Themenrahmen. Dabei füllt vor allem Christian Ulmen die Rolle des gescheiterten Robert Beck gut aus. Nachdem sein Traum vom gefeierten Musikstar zerplatzte, landete er als Lehrer an einer Schule. Der Frust quillt ihm aus allen Poren, bis er das musikalische Potenzial des 17-jährigen Litauers Rauli Kantas (Nahuel Pérez Biscayart) erkennt. Dessen Karriere zu fördern, könnte auch für Beck einen Neuanfang einleiten. Doch die zu erwartenden Kontrapunkte stellen sich bald ein. Als sich noch private Probleme dazu gesellen, muss Beck mit dem Schützling und seinem besten Kumpel nach Istanbul fahren. Bei diesem Schwenk zum Roadmovie bremst sich die bis dahin durchaus ansprechende Tragikomödie allerdings ein, zu viele unnötige Twists lenken ab.


Becks letzter Sommer, D 2015
Regie: Frieder Wittich. Mit: Christian Ulmen, Nahuel Pérez Biscayart, Friederike Becht

Spektakulär unspektakulär

(greu) Start für einen weiteren Marvel-Comichelden auf der Leinwand: Scott Lang (Paul Rudd) ist ein gerade aus der Haft entlassener Meisterdieb, der Besserung gelobt, um seine Tochter Cassie (Abby Ryder Fortson) öfter sehen zu dürfen. Doch Scotts Ex-Frau stellt auch die Bedingung, dass Lang sich einen soliden Job suchen soll, um den nicht geleisteten Unterhalt nachzuzahlen. Scott dauert das mit der ehrlichen Arbeit einfach zu lang, und so macht er sich mit einem Ex-Knastkollegen (Michael Peña) auf, das Anwesen des Biochemikers Dr. Hank Pym (grandios: Michael Douglas) zu berauben. Pym erwischt die beiden und ist von Scott Langs Fähigkeiten dermaßen beeindruckt, dass er ihn in ein ganz besonderes Geheimnis einweiht: Der von ihm entwickelte Ant-Man-Spezialanzug lässt seinen Träger auf Ameisengröße schrumpfen und zugleich an Kraft gewinnen - "Ant-Man" ist geboren. Erstaunlich ist, wie Regisseur Peyton Reed dem an sich ausgelutschten Sci-Fi- und Comic-Genre frische Aspekte abtrotzt. "Ant-Man" ist keineswegs ein x-beliebiger Aufguss eingefahrener Konventionen, sondern bemüht sich, in jeder Einstellung originell zu sein. Das gelingt auch über weite Strecken, vor allem im Finale: Das findet ob der Größe des kleinen Helden in einem Kinderzimmer statt. Spektakulär unspektakulär.

Ant-Man, USA 2015
Regie: Peyton Reed. Mit: Paul Rudd, Corey Stoll




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2015-07-22 16:17:02
Letzte Änderung am 2015-07-22 18:35:37


Kommentar

Nur die Smileys sind nicht grantig

Gott sei Dank kann man sich auf gewisse Dinge dann doch verlassen. Dieser Tage bekamen es die Wiener wieder schwarz auf weiß... weiter





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