In Hitchcocks "Die Vögel" gehen Tiere noch ohne erkennbaren Grund auf Menschen los, "Planet der Affen" thematisiert bereits den bewussten Widerstand. Die Parabel von Kornél Mundruczó lässt Hunde den Aufstand proben. Der Originaltitel "Fehér Isten" bedeutet "Weißer Gott" und klingt damit an "White Dog" von Samuel Fuller aus 1982 an. Dieser radikale, metaphorische US-Anti-Rassismus-Thriller wird nun in der ungarischen Gegenwart mit ihrer fragwürdigen Regierung variiert.

Die 13-jährige Lili (Zsófia Psotta) lebt mit ihrem Hund Hagen unbeschwert in Budapest, bis eine Steuer für Mischlinge eingeführt wird. Ihr Liebling ist ein solcher, die geschiedenen Eltern wollen nichts zahlen. Das daraufhin ausgesetzte Tier fällt einem Kampfhunde-Trainer in die Hände, wird im Tierheim sogar zum Einschläfern freigegeben. Daraufhin schließt er sich mit Leidensgenossen zum Aufstand zusammen. Für Lili beginnt eine verzweifelte Odyssee auf der Suche nach Hagen.

Dass es dabei nicht eigentlich um Hunde geht, sondern um die Einschränkung von Menschenrechten, wird bald deutlich. So beschimpft Lilis Vater ihren Hund, kein "ungarischer Hund" zu sein, sondern ein Bastard. Eine Metapher für die Einstellung des rechtsnationalen Ministerpräsidenten Orbán. "Underdog" gehört zu den beeindruckendsten und radikalsten Filmen dieses Jahres.