Für Anton Corbijn, selbst berühmter Fotograf, muss es verzwickt gewesen sein, von der eigenen Zunft zu erzählen: Es sei sein persönlichster Film bisher, so Corbijn, nicht wegen der Figur des Dennis Stock, jenem "Magnum"-Fotografen, der die legendären Fotos von James Dean am Times Square machte, die in "Life" erschienen und Dean zu einer Ikone jugendlicher Rebellion stilisierten. Sondern, weil Corbijn hier vom Foto als Medium der Unsterblichkeit referiert; das richtige Bild entscheidet über Krieg und Frieden, Karriere und Gosse, Jubel und Shitstorm,das ist bei jüngsten Flüchtlingsdramenaugenfällig geworden.

Romantische Bilderwelt

Doch für ein theoretisches Referat zu diesem Thema folgt Corbijn zu sehr seiner gefälligen Geschichte: Dennis Stock (Robert Pattinson, stoisch) will der "Entdecker" des noch unbekannten, an der Schwelle zum Hype stehenden James Dean (wandelbar, manchmal zu imitierend: Dane DeHaan) werden und begleitet ihn durch seine letzten Wochen in der Anonymität. Dabei entstehen einige der bekanntesten Aufnahmen der Filmgeschichte, und zwischen Fotograf und Star entwickelt sich ein seltsamer Schwebezustand, der Zu- und Abneigung parat hält, weil man voneinander denkt, man sei Steigbügelhalter des jeweils anderen. Das alles zeigt Corbijn in einer wunderbar romantischen Bilderwelt der 50er Jahre, er ist verliebt in sie bis ins Detail. Die Bilder idealisieren ein Amerika, das es so nie gab, dem aber jeder nacheifert. Regen am Times Square hat mit Romantik aber gar nichts zu tun; es ist ihm egal, auf wen er fällt.