(suv) Jetzt bekämpfen sie sich schon untereinander, die Guten aus dem DC-Comic-Universum. Denn in Metropolis kommen Zweifel auf, ob Superman (Henry Cavill) allmächtig und trotzdem gut sein kann. Wie Lex Luthor (Jesse Eisenberg) es ausdrückt: "Die älteste Lüge Amerikas ist, dass Macht unschuldig sein kann." Bruce Wayne (Ben Affleck), in Gotham City sozialisiert, hat naturgemäß Probleme damit, an das Gute im Menschen und Außerirdischen zu glauben. Filmisch ist es für Regisseur Zack Snyder sichtlich stressig, zwei Superheldengeschichten gleichzeitig zu erzählen, bis es zu deren finalem Aufeinandertreffen kommt. Während Batman und Superman sich streiten, braut Lex Luthor an seinem eigenen, äußerst unguten Süppchen. Eisenberg stellt ihn schwer neurotisch dar und erinnert damit ein bisschen zu sehr an den Wahnsinn des Jokers.

Batman ist sichtlich müde. Ben Affleck macht das nicht schlecht. Dessen Zerrissenheit, zwischen kriegsmüde und immer noch wütend, trägt den Film. Weil Menschen eben widersprüchlich sind und Fehler machen. Im Gegensatz dazu ist in der Mimik, die Henry Cavill seinem gottgleichen Superman verleiht, bestenfalls zu lesen: Es läuft momentan gar nicht gut. Bis sich herausstellt, dass beide außer einem lächerlich aufgepumpten Oberkörper noch etwas anderes gemeinsam haben.

Als Wonder Woman (Gal Gadot) auftaucht, erscheint bereits eine noch größere Schlacht in Form von weiteren Fortsetzungen am filmischen Horizont. In der letzten halben Stunde löst sich dieser Film allerdings gänzlich in Blitzen, Feuer und Explosionen auf.