• vom 13.09.2017, 15:15 Uhr

Kultur

Update: 14.09.2017, 17:07 Uhr

Filmkritik

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Von Matthias Greuling

  • "Die dritte Option": eine Doku über späte Abtreibungen.

Ist die Möglichkeit, Kinder im Mutterleib zu töten, eine Frage der persönlichen Entscheidungsfreiheit, oder ist das gar ein gesellschaftlicher Entscheidungszwang? Dieser Frage geht Thomas Fürhapter in seiner Doku "Die dritte Option" nach; er untersucht darin die Mechanismen, die werdenden Eltern scheinbar die Möglichkeit geben, sich das ungeborene Wunschkind auszusuchen, oder, wenn es nicht gefällt, es einfach "wegmachen" zu lassen.

Dabei spitzt der Film das Thema dramatisch zu: Es geht nicht um die innerhalb der erlaubten Frist vorgenommenen Abtreibungen, sondern um späte Schwangerschaftsabbrüche, die in gewissen Fällen möglich sind, zum Beispiel, wenn man im Organscreening feststellt, dass man mit hoher Wahrscheinlichkeit ein behindertes Kind zur Welt bringen wird.

Information

Dokumentarfilm
Die dritte Option, Ö 2017
Regie: Thomas Fürhapter

"Die dritte Option" setzt sich in seiner essayistischen Erzählweise nicht nur mit der Pränataldiagnostik und den damit einhergehenden neuen Möglichkeiten (und Belastungen) auseinander, sondern geht auch vielen Einzelschicksalen von Paaren nach, die im moralischen Konstrukt zwischen Ethik und der Debatte über Normierungen völlig alleingelassen scheinen. Solche Eltern stellen sich die Frage, wieso ausgerechnet sie zu den drei Prozent gehören, die ein Kind mit Behinderung bekommen.

Was macht es psychisch mit einem Menschen, der mit einer solchen Diagnose konfrontiert wird? Der Film erzählt, dass die meisten Menschen sich für die Abtreibung entscheiden. Fürhapter findet passende Bilder für seine überaus gelungene Doku, die das Thema in alle Ecken hin ausleuchtet.





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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2017-09-13 16:21:07
Letzte nderung am 2017-09-14 17:07:01



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