Die Veränderung musste kommen, heißt es im Prolog von "Detroit". In der fünftgrößten Stadt der USA brechen 1967 Proteste und Unruhen auf den Straßen der von der schwarzen Bevölkerung bewohnten Innenstadt aus. Regisseurin Kathryn Bigelow wirft uns mitten hinein in die Spannungen. Fünfzehn Minuten ohne erkennbare Hauptfiguren sind wir auf den Straßen Detroits der Stimmung ausgeliefert. Dann erzählt der Film von den Geschehnissen im Algiers Motel, von dem angeblich Schüsse auf Polizeikräfte abgegeben wurden. Die Situation spitzt sich zu, als hier die Handlungsstränge der Personen zusammenlaufen. Die Gewalt der Polizisten ist dabei so wahllos, dass sie die Wut bis in den Kinosessel hochkochen lässt. Sie ist so extrem, dass es fast unglaubwürdig wirkt. Doch Mark Boal, der Drehbuchautor mit dem Bigelow bereits für "Hurt Locker" und "Zero Dark Thirty" zusammenarbeitete, hat die Ereignisse historisch präzise, nach akribischer Recherche rekonstruiert.

Nach und nach nimmt der Film unser Vertrauen in eine Uniform auseinander, bis von ihrem Versprechen nach Recht und Ordnung nur eine hohle Hülle bleibt. Das Kräfteverhältnis ist so einseitig, dass gegenüber der Polizeigewalt nur absolute Hilflosigkeit herrscht. Damit zeigt uns Bigelow die Zustände, die zu den Aufständen der schwarzen Bewohner Detroits geführt haben. Am Anfang versprach der Film, das "Wie" und "Wann" der so dringend notwendigen Veränderung zu zeigen. Doch weil die noch nicht eingetreten ist, ist er gezwungen, das "Warum" zu zeigen. In mancher Hinsicht gilt das bis heute.