• vom 10.01.2018, 16:19 Uhr

Kultur

Update: 10.01.2018, 16:38 Uhr

Filmkritik

Seltsam unberührt




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Von Thomas Fanta

  • "Wonder Wheel" ist ein erstaunlich unengagierter Film von Woody Allen.

Die bekannten Allen-Themata drehen sich in "Wonder Wheel" immer wieder im Kreis.

Die bekannten Allen-Themata drehen sich in "Wonder Wheel" immer wieder im Kreis.© APAweb / Herbert Pfarrhofer Die bekannten Allen-Themata drehen sich in "Wonder Wheel" immer wieder im Kreis.© APAweb / Herbert Pfarrhofer

Wenn man bis ins hohe Alter jährlich einen Film dreht, sind Erfolgsschwankungen durchaus drin. Wie es dem 82-jährigen Woody Allen in den letzen zehn Jahren ergangen ist. Als er sich zuletzt 2016 auf die Mini-Serie "Crisis In Six Scenes" für Amazon eingelassen hatte, stellte er fest: "Ich weiß nicht, wie ich dazu gekommen bin. Ich habe keine Ideen und bin mir nicht sicher, wo ich anfangen soll."

Nun produzierte der Online-Gigant "Wonder Wheel". Der Filmtitel bezeichnet das Riesenrad auf dem Rummelpark von Coney Island in Brooklyn. Leider gelingt es dem Altmeister nicht, sich mittels einer dort ansässigen Familie wieder kreativ empor zu drehen. Dabei sind durchaus typische Allen-Elemente samt Nostalgie zu finden, kommen aber wenig zum Tragen. In den 1950ern betreibt Humpty (Jim Belushi) ein Karussell, seine Frau Ginny (Kate Winslet) ist Kellnerin. Dann taucht seine entfremdete Tochter (Juno Temple) auf, die Schutz vor einem Gangster sucht, ihrem Ehemann. Doch Krimi folgt keiner. Es geht um zerstrittene Familie, Ehebruch, doppelte Affären, Verrat und Schatten der Vergangenheit.


Aber die oft bekannten Allen-Themata drehen sich immer wieder im Kreis. Vor allem mangelt es an menschlicher Nähe, berührt wird man nie. Sehenswert sind Winslets extreme Frau am Rande des Nervenzusammenbruchs sowie die poetischen, wunderschön farbkomponierten Bilder und Settings. Doch insgesamt bleibt leider der Eindruck bestehen, dass sich das obige Zitat wiederholen würde.

drama

Wonder Wheel, USA 2017

Regie: Woody Allen.

Mit: Kate Winslet, Justin Timberlake, James Belushi.




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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-01-10 16:23:03
Letzte nderung am 2018-01-10 16:38:44



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