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Update: 23.02.2018, 11:26 Uhr

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Ein Superheld

mit Subtext


(suv) Unsere Helden verändern sich, langsam, aber sicher. Nach DCs "Wonder Woman" ist nun Marvels "Black Panther" ein weiterer Meilenstein aus dem Comic-Fach. Im südostafrikanischen Königreich Wakanda wird T’Challa (Chadwick Boseman) zum neuen Herrscher gekrönt. Der Staat hat mit gängigen Afrika-Klischee nichts zu tun: Durch Vorkommen von Vibranium ist Wakanda ein Hochtechnologieland. Im Epilog lernen wir, dass außerdem ein besonderes Kraut ihren Anführer zum "Black Panther" macht. Die Wakanianer entschieden, sich als Entwicklungsland gegenüber der Welt zu tarnen. Als diese rund um sie in Kolonialismus und Weltkriegen versank, beließen sie es dabei. Nun muss T’Challa nicht nur dafür sorgen, dass sein Staat weiterhin im Geheimen prosperieren kann: Zu den Bedrohungen von außen gesellen sich bald auch welche von innere. Von den Bodenschätzen über den Ahnenglauben bis zur roten Erde entsteht mit Wakanda eine Afrika-Utopie, die reich ist an Tradition und Technologie. Regisseur und Co-Drehbuchautor Ryan Coogler inszeniert diese Welt mit nahezu ausschließlich afroamerikanischen und afrikanischen Schauspielern. Mit diesem hervorragenden Cast, der durchgestylten Welt von Wakanda und einem Drehbuch voller Subtext gelingt Coogler, was Superheldengeschichten idealerweise erreichen: Popkultur, die uns erlaubt, von ganz großen Ideen zu träumen.

Black Panther, USA 2018

Regie: Ryan Coogler. Mit: Chadwick Boseman, Lupita Nyong’o, Danai Gurira.

Sitcom auf der

Kino-Leinwand

(fan) Die zweieiigen Zwillinge Kyle (Owen Wilson) und Peter (Ed Helms) haben kaum etwas gemeinsam. Kyle lebt sorglos als optimistischer Schwerenöter. Der Arzt Peter hingegen ist engstirnig und konservativ. Bei ihren seltenen Begegnungen zanken sie. Das ändert sich, als sie durch Zufall erfahren, dass sie von der Mutter (Glenn Close) belogen wurden: Vater ist gar nicht tot. Mama war in den 70ern ständig high, hatte mehrere Liebhaber. Daher weiß sie selbst nicht, von wem sie schwanger wurde. Für Peter bricht die Welt zusammen, wurde er doch nur aus einem Grund Proktologe: weil sein angeblicher Vater an Darmkrebs gestorben ist. Also tun sich die Geschwister widerwillig zusammen für die Suche nach dem Geheimnisvollen. Diese zu Wohlfühl-Kino werdende Mischung aus Buddy-Movie und Roadtrip ist nur bedingt unterhaltsam. Wenig glaubhaft wirkt, dass die Hauptakteure Zwillinge sein sollen. Für Schmunzeleffekt sorgen Kurzauftritte von Schein-Vätern wie J. K. Simmons, Terry Bradshaw und Christopher Walken. Glenn Close ist als Ex-Hippie-Schlampe schlicht fehlbesetzt. Insgesamt bleibt der Eindruck einer TV-Sitcom übrig.

Wer ist Daddy?, USA 2017

Regie: Lawrence Sher.

Mit: Owen Wilson, Ed Helms, Glenn Close.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-02-14 16:05:22
Letzte ńnderung am 2018-02-23 11:26:28



Kommentar

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Man hätte den Österreichern mehr Kreativität zugetraut. Zumal man als unfreiwilliger, aber umso aufmerksamer Zuhörer von Telefonaten in öffentlichen... weiter





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