• vom 14.02.2018, 15:30 Uhr

Kultur


Filmkritik

Leben, Witz und Tod




  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Verena Franke

  • Josef Hader als Lebensmüder in "Arthur & Claire".

Telefonische Meinungsumfragen, Haare, die aus Nase und Ohren wachsen, das Geräusch eines Staubsaugers... Drei Seiten ist Arthurs (Josef Hader) Liste lang, auf der er alles aufgeschlüsselt hat, was er nach seinem Tod nicht vermissen wird. Was er vermissen wird, darüber denkt er erst gar nicht nach, denn das könnte vielleicht seinen Plan vereiteln: Denn der unheilbar an Krebs Erkrankte reist nach Amsterdam, um mithilfe eines Arztes zu sterben. Im Hotel vor seinem geplanten Tod begegnet er der jungen Claire (Hannah Hoekstra): Auch sie möchte sich das Leben nehmen, auch wenn die Gründe ganz andere sind und erst am Schluss verraten werden.

Drama und Tragödie pur, möchte man glauben. Doch mit Josef Hader, der auch am Drehbuch von Regisseur Miguel Alexandre mitgearbeitet hat, entwickelt sich der Film mit einer Menge Zynismus und schwarzem Humor zu einer Begegnung zweier grundunterschiedlicher Personen, die sich mithilfe des Anderen neu finden. Basierend auf dem gleichnamigen Theaterstück von Stefan Vögel changiert der Film unaufgeregt und immer im passenden Moment zwischen ernsten und lustigen Passagen. Auch Länderwitze dürfen nicht fehlen: "Ist das typisch österreichisch, dass man jammert, bevor etwas passiert?", fragt Claire mit ihrem "Rudi-Carrell-Akzent", wie sie ihn selbst nennt.


Gemeinsam mit der niederländische Schauspielerin Hoekstra, Shootingstar bei der Berlinale 2017, ist Hader und Alexandre eine scharfzüngige Tragikomödie gelungen, die mit Dramatik und mit der perfekt getimten Dosis Humor Leben samt Tod hinterfragt.

Tragikomödie

Arthur & Claire, Ö/D/NL 2017

Regie: Miguel Alexandre.

Mit: Josef Hader, Hannah Hoekstra.




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-02-14 16:05:22



Kommentar

Schnucki fährt im Froschi vor

Man hätte den Österreichern mehr Kreativität zugetraut. Zumal man als unfreiwilliger, aber umso aufmerksamer Zuhörer von Telefonaten in öffentlichen... weiter





Werbung



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Wohlklang ohne Reue
  2. "Wir gaben dieser Musik ihre Stimme"
  3. Welt(klasse)musik
  4. Die Frau, die alle Register zieht
  5. Gleichsam nackt
Meistkommentiert
  1. Spiel dich – verkühl dich nicht!
  2. Der Irrsinn der Macht
  3. Helene Fischer muss zwei Wien-Termine streichen
  4. Drei Säulen auf unsicherem Fundament
  5. Erbarmungslos schön

Bille August.

Am Donnerstag, 15. Februar 2018, ging die Eröffnung der 68. Berlinale über den roten Teppich. Zahlreiche Stars aus nah und fern waren mit dabei.

Wissensdurstig, neugierig, seelenvoll und nachdenklich sieht David Bowie auf den Aufnahmen aus. Hier in August Wallas Zimmer. Die 75. Golden Globes wurden zur Bühne der Frauen mit einer Kampfansage an Sexismus, Missbrauch und Benachteiligungn. "Ich möchte, dass heute alle Mädchen wissen, dass ein neues Zeitalter am Horizont anbricht", sagte die US-Entertainerin Oprah Winfrey in ihrer Dankesrede nach Empfang des Ehrenpreises für ihr Lebenswerk - und rührte viele im Saal zu Tränen. "Zu lang wurden Frauen nicht angehört oder ihnen wurde nicht geglaubt, wenn sie den Mut hatten, gegen die Macht von Männern aufzubegehren." Deren Tage seien nun gezählt. Jetzt müssten alle dafür kämpfen, dass es in Zukunft niemanden mehr gibt, der als Opfer "Me too" sagen muss, mahnte Winfrey. Zur ganzen Rede


Werbung



Werbung


Werbung