• vom 28.02.2018, 16:08 Uhr

Kultur

Update: 14.03.2018, 16:53 Uhr

Das schweigende Klassenzimmer

Stille mit Folgen




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Von Thomas Fanta

  • Gegen das Regime: "Das schweigende Klassenzimmer".

Bereits in "Der Staat gegen Fritz Bauer" beschäftigte sich Lars Kraume mit der Entwicklung in Deutschland nach 1945. Nun wechselt er in die DDR von 1956. Grundlage ist das Buch (2006) von Dietrich Garska, damals einer der Schüler des Gymnasiums in Storkow, Brandenburg, die mit dem Staatsapparat in Konflikt gerieten. Diese wahren Geschehnisse wurden nach Ost-Berlin in die Stalinstadt (Eisenhüttenstadt) verlegt. Die beiden Abiturienten Theo Lemke (Leonard Schleicher) und Kurt Wächter (Tom Gramez) schleichen sich in Westberlin in ein Kino. Dort erfahren sie vom Aufstand in Ungarn. Gegen Russen aufzubegehren, damit diese verschwinden, entspricht auch ihren Traum-Vorstellungen. Als sie daheim mit ein paar Klassenkameraden das Westradio abhören, erkennen sie auch die Unterschiede zur DDR-Berichterstattung. Als die Westmedien vom vermeintlichen Tod des Fußballstars Ferenc Puskás berichten (auch dort kann man sich irren), überzeugt Kurt seine Mitschüler, vor der nächsten Unterrichtsstunde eine Schweigeminute für die Opfer des Aufstandes abzuhalten. Doch niemand von ihnen ahnt, was das für Folgen für sie haben wird. Nach dieser Anfangsphase schlägt immer mehr der brutalen Machtdruck des totalitären Regimes gegenüber den Jugendlichen zu.

Teenies wie erwachsene Darsteller bieten tolle Leistungen, stark emotionale Momente und Spannung inbegriffen. Ein sehenswertes Kino-Erlebnis mit einem Film, aus dem sich Parallelen zu heute ziehen lassen.


Drama

Das schweigende Klassenzimmer, D 2017

Regie: Lars Kraume.

Mit: Tom Gramez, Jonas Dassler, Leonard Schleicher.




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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-02-28 16:11:37
Letzte Änderung am 2018-03-14 16:53:44


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