• vom 14.03.2018, 16:13 Uhr

Kultur

Update: 14.03.2018, 16:22 Uhr

Filmkritk

Traum kontra Wahrheit




  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Thomas Fanta

  • "The Florida Project" über ein ganz anderes Amerika.

Nach "Disneyland" plante Walt Disney einen ähnlichen Freizeitpark in Orlando. Dieses sündteure "Disney World" umfasst beinahe die doppelte Größe von Manhattan. Darauf bezieht sich auch "The Florida Project", allerdings aus gegenteiliger Sicht. Denn ganz in der Nähe lebt die "unsichtbare Unterschicht".

So weist bereits der Filmtitel ironisch auf die Diskrepanz von Traumwelt gegen Wirklichkeit über Armut hin. In dem abgegrenzten Kosmos, einem großen Motel, genannt Magic Castle, kommen Leute unter, als letzte Zuflucht, bevor sie auf der Straße oder in einem Heim landen. Regisseur und Autor Sean Baker hat sorgfältig recherchiert über die kargen Lebensumstände der sozial Schwachen, die in den USA am liebsten unter den Tisch gekehrt werden. Er schildert Szenen ihres Lebens in Kurzepisoden, bewusst ohne übliche dramaturgische Verpackung, doch meist mit Laiendarstellern. Das bringt die Wahrheit ungeschönt und sehr intensiv näher.

Information

Drama
The Florida Project, USA 2017
Regie: Sean Baker.
Mit: Brooklynn Price, Willem Dafoe, Bria Vinaite.

Erzählt wird zumeist aus der Perspektive einer heruntergekommenen Mutter, vor allem aber ihrer sechsjährigen, wilden Tochter Mooney, die sich nichts und niemandem unterordnet. Die kleine Brooklynn Price gehört zu den wenigen, die bereits etwas Medienerfahrung hatte. Als einziger Vollprofi schlüpft Willem Dafoe in die Rolle des Verwalters und Hausmeisters der Unterkünfte. Zwischen Strenge und Menschenliebe ist er das perfekte Bindeglied. Eine höchst gefühlvolle, unaufdringliche, wichtige Analyse des "anderen Amerikas".





Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-03-14 16:17:47
Letzte Änderung am 2018-03-14 16:22:04


Kommentar

Weinverbot für Österreich!

Ein totales Weinverbot für Österreich muss her! Die Verstrickungen der österreichischen Önologie in den Nationalsozialismus sind zu weitgehend... weiter





Werbung



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Eine wunderbare Reise zu den Ursprüngen von Jethro Tull
  2. "Die Weiden" erleiden Schiffbruch an der Staatsoper
  3. Philharmoniker glänzten mit Kirill Petrenko
  4. William Shatners Weihnachts-CD, eine bizarre Bescherung
  5. Grigory Sokolov: Vom Schmerz im Ebenmaß
Meistkommentiert
  1. "Die Weiden" erleiden Schiffbruch an der Staatsoper
  2. Zappas illustres Erbe
  3. Ozzy Osbourne wird 70:
    Der Mann, der Tieren den Kopf abbiss

Förderpreisgewinner Christoph Fritz mit Moderatorin Verena Scheitz und "vormagazin"-Chefredakteur Christoph Langecker.

Peter Handke bei der Verleihung des 19. Wiener Theaterpreises "Nestroy" im Theater an der Wien. Hier mit dem Preis für sein Lebenswerk. Neo-Viennale-Chefin Eva Sangiorgi (links) mit der Regisseurin des Eröffnungsfilms Alice Rohrwacher

Sozialdemokratische Kundgebung für das Frauenwahlrecht, Wien-Ottakring, 1913 "Der Bauerntanz", entstanden um 1568.



Werbung