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Kultur

Update: 22.05.2018, 17:06 Uhr

Neu im Kino

Der Anarcho-Superheld




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Von Thomas Fanta

  • "Deadpool 2" als derbes, aber doch klamaukhaft unterhaltsames Spektakel.

Unterhaltsamer Klamauk für Fans: der zweite Teil von "Deadpool". - © Twentieth Century Fox

Unterhaltsamer Klamauk für Fans: der zweite Teil von "Deadpool". © Twentieth Century Fox

"Deadpool", der Mix aus Massenschlächterei und Klamauk, geht in die zweite Runde. Wobei es sich gleichzeitig um den elften Teil des X-Men-Franchises handelt. Also: Keine Ruhe im Comic-Universum. Sowohl Marvel als auch Batman-Superman-Heimstätte DC Comics donnern alle paar Wochen auf die Zuschauer nieder. Auch Fans werden bestens bei der Stange gehalten, was sich in Milliarden-Dollar-Gewinnen niederschlägt. Kein Wunder, dass das, was man als "Niveau" bezeichnet, hier den Stellenwert null einnimmt. Auch die immer mehr in Wirrwarr ausartende Kaum-Dramaturgie samt Inhalten rennen nur am Rande mit.

Doch zurück zu "Deadpool": Bereits 2009 bereitete in "X-Men Origins: Wolverine" eine von zwei unterschiedlichen Szenen nach dem Abspann Kopfzerbrechen. Damals schon musste sich Wade Wilson alias Deadpool mit Logan anlegen und wurde enthauptet. Doch am Schluss wurde gezeigt, dass er noch lebt. 2016 kehrte er tatsächlich zurück, in Rückblenden wird die Geschichte des zynischen wie großmäuligen Ex-Special-Forces Wilson erzählt, der sich mit Söldnerjobs über Wasser hält, bis er sich wegen Krebs im Endstadium einem Heilungsversuch unterzieht, der Mutantengene aktiviert. Diese statten ihn mit gewaltigen Selbstheilungskräften aus (ähnlich Wolverine), entstellen ihn aber auch. Darauf gibt er sich den Namen Deadpool, schlüpft in hautenges Gewand. Und auf geht’s ins Tschinnbumm.


Persiflierte Superhelden
Das einzig wirklich Außergewöhnliche war, dass in vielen Szenen das Genre der Superhelden persifliert wurde. Dazu kamen jede Menge sehr persönlicher Seitenhiebe, auch auf Hauptdarsteller Ryan Reynolds oder Hugh Jackman, oftmals wurde auch die Vierte Wand durchbrochen, sich also direkt dem Zuschauer zugewandt. Das Ganze wurde zu einem großen Überraschungserfolg und brachte weltweit an die 800 Millionen Dollar ein. Das Sequel war also vorprogrammiert.

Eigene X-Men-Truppe
Gewalt, vulgäre Sprache, humorige Momente, alles findet man wieder. Um bei der Ausdrucksweise zu bleiben: Auch diesmal pisst ihm das Schicksal wieder so richtig ans Bein. Nach jeder Menge Kopf-ab-Aktionen muss er dummerweise dem zeitreisefähigen Superschurken Cable (Josh Brolin) begegnen, der wütend hinter einem Teenie-Mutanten her ist. Doch so plattmachen wie andere kann er ihn nicht. Also trommelt er seine eigene Crew an X-Men-Superhelden zusammen, nennt sie X-Force. Dann wird es immer verwirrender, doch schließlich gibt es einen vorhersehbaren Twist. Für die Dummen kündigt Deadpool selbst im Abspann eine neue Partnerschaft an. Drei Mal darf man raten, mit wem . . .

Nächstes Sequel wird also folgen, Spin-offs der X-Forces sind in Planung. Was daraus wird, nachdem Century Fox unlängst von Disney geschluckt wurde, bleibt abzuwarten. "Deadpool 2" jedenfalls ist wieder zu einem Mix aus Geek-Komödie und brutaler Ernsthaftigkeit geraten, wechselt zwischen geglückten und missglückten Ausführungen ab. Provokant ungezogen und unterhaltsame Kalauer, dieser Anarcho-Superheld wird Fans wieder entzücken. Und noch wichtiger: die Kasse wieder zum Klingeln bringen.

Comic-Action

Deadpool 2, USA 2018

Regie: David Leitch.

Mit: Ryan Reynolds, Josh Brolin, Morena Baccarin.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-05-16 17:03:50
Letzte Änderung am 2018-05-22 17:06:58



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