Der italienisch-schweizerische Filmemacher Silvio Soldini ist seit "Brot und Tulpen" (2000) bekannt für subtile, feinfühlige Gefühlswelten. Diese kann man durchaus auch seinem neuen Liebesdrama "Il colore nascosto delle cose" zugestehen, auf Deutsch übersetzt etwa "Die versteckte Farbe von Dingen". Teo (Adriano Giannini) arbeitet als erfolgreicher Werbe-Kreativer, abends setzt er sich als selbstverliebter, egozentrischer Womanizer in Szene. Doch eigentlich bleibt er lieber für sich allein.

Eine gespaltene, vergangenheitsbelastete Persönlichkeit. Die bekannte harte Haut mit weichem Kern. Eines Tages baggert er die blinde Osteopathin Emma (Valeria Golino) heftig an, um mit der außergewöhnlichen Eroberung vor seinen Kumpels angeben zu können. Doch nach einem One-Night-Stand treffen sie einander wieder, beginnen langsam Gefühle zu entwickeln. Da aber Emma trotz allem eine selbständige, selbstbewusste, intelligente, einfühlsame Frau ist, lässt sie sich nicht so leicht vereinnahmen. Ob derartig unterschiedliche Charaktere eine gemeinsame Zukunft haben können? Liebe muss eben versteckte Farben erkennen.

Die beiden Figuren sind fraglos einzigartig, mit Feingefühl gezeichnet. Doch Teo kommt anfangs derart maßlos unsympathisch rüber, dass dem Publikum eine Annäherung kaum möglich ist. Auch schwankt die Thematik immer wieder unentschlossen zwischen Blindsein und Romantikfilm hin und her, samt Klischees. Dennoch "Kunstkino" in besserem Sinn mit tollen Hauptdarstellern.