• vom 13.06.2018, 15:54 Uhr

Kultur

Update: 13.06.2018, 16:13 Uhr

Hereditary

Vererbbarer Schrecken




  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Thomas Fanta

  • "Hereditary", ein genial erschreckender Psycho-Horror.

Bei dem Mystery-Horror-Drama "Hereditary" scheint es sich um eine Variante des altbekannten Horror-Houses zu handeln. Das täuscht aber gewaltig. Nur, wer bereit ist, sich richtig zu fürchten, sollte sich darauf einlassen. Es beginnt bereits merkwürdig: Nach einem Blick aus dem Fenster zu einem Baumhaus wird zum Modellhäuschen im Zimmer der Künstlerin Annie Graham (Toni Colette) geschwenkt, weiter gezoomt zur Miniatur ihres eigenen Hauses bis ins Zimmer ihres Sohnes Peter (Alex Wolff), der schlafend im Bett liegt. Vater Steve (Gabriel Byrne) kommt, um ihn zu wecken. Die vermeintliche Harmlosigkeit ist nur Schein, wird geschickt suggeriert. Zuvor wurde eine Todesanzeige eingeblendet: Die Matriarchin der Familie ist verstorben. Nur die Enkeltochter Charlie (Milly Shapiro) trauert um sie. Doch der Todesfall bringt ein erschreckendes Vermächtnis hervor. Denn diese nicht wirklich funktionierende Familie hatte mit den Jahren so viel an Schmerz angesammelt, dass ab nun immer mehr an Panik herausbricht.

Der ständig zunehmende Orkan an Schrecken bläst derart intensiv erschreckend von der Leinwand, dass man sich anschnallen muss. Wobei Jump Cuts und andere gängige Effekte kaum eingesetzt werden, dafür Prisen schwarzen Humors. Die Darsteller agieren extrem. Vor allem Toni Colette steigert sich in den Wahnsinn, wie man es kaum gesehen hat. Höchstens bei Jack Nicholson in "Shining". Ein adrenalinträchtiger, cleverer Psycho-Horror der Genre-Spitzenklasse.

Information

Horrordrama
Hereditary - Das Vermächtnis
USA 2018
Regie: Ari Aster
Mit: Toni Colette, Gabriel Byrne, Milly Shapiro





Schlagwörter

Hereditary, Filmkritik

Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-06-13 16:01:20
Letzte Änderung am 2018-06-13 16:13:39


Kommentar

Frauen, Fußball und Giftwutschaum

Es gibt ja diesen Spruch: Wenn die Fußballnationalmannschaft spielt, wissen acht Millionen Teamchefs auf der Couch, wie es besser geklappt hätte... weiter





Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Große Bühne für Wanda
  2. Schwankende Güte
  3. Grafenegger Pomp und Glanz
  4. Nachhaltige Träume
  5. Paul McCartney meldet sich zurück
Meistkommentiert
  1. Tote Hosen sagen Nova Rock ab
  2. Sie wollen nur spielen
  3. Nachhaltige Träume
  4. Grafenegger Pomp und Glanz

Sean Godwells Entwurf einer Kapelle erinnert beim ersten Auftritt des Vatikans auf der Architekturbiennale in Venedig auf den ersten Blick an einen aufklappbaren Würstelstand.

Shepard Fairey vor seinem Mural am Wiener Flughafen. Eleni Foureira aus Zypern während ihres Probe-Auftritts in Lissabon. 

Fritz G. Mayer, Fritz Wotruba, Kirche zur Hl. Dreifaltigkeit, Außenansicht, Wien 23, 1974–1976. Das Siegerfoto mit dem Titel "Venezuela Krise", es zeigt einen 28-jährigen Mann mit brennendem Oberkörper während heftiger Proteste gegen Präsident Nicolas Maduro in Caracas im Mai 2017. 



Werbung