Korrekter Asket trifft auf Lebemann. Oder: Sohn von NS-Opfern trifft auf Sohn des NS-Mörders. Also: Georg Graubner (Peter Simonischek) bekommt eines Tages unerwarteten Besuch des 80-jährigen Ali Ungar (Jiří Menzel), dessen Eltern vom SS-Obersturmbannführer Kurt Graubner in der Slowakei getötet wurden. Eigentlich sucht der Dolmetscher Ali Ungar nach Georg Graubners Vater, um ihn mit seinen Gräueltaten und einer Pistole in der Aktentasche zu konfrontieren. Doch dieser sei verstorben, erfährt er bald. Und so begeben sich die beiden alten Männer nach anfänglichen und auch weiter voranschreitenden Divergenzen auf einen Roadtrip in die Kriegsvergangenheit ihrer Eltern.

Regisseur Martin ulík startet humorig und damit auch mit einer gewissen Leichtigkeit, die kontrastreichen Charaktere des Duos und die Dynamik der beiden Schauspieler liefern gelungene Szenen. Im Verlauf des Films verliert sich dies jedoch, der Ernst weicht dem Humor. Ob das aufgrund des Themas beabsichtigt ist, bleibt unklar. Vielmehr scheint es, als ob im Drehbuch (Martin ulík und Marek Lečák) manches gar zu konstruiert und holprig wirkt.

Dennoch tragen Menzel und Simonischek in ihren Rollen die Auseinandersetzung mit ihrem Erbe oft mit provozierenden Fragen: "Ist der Sohn eines Mörders besser dran als der Sohn eines Opfers?" Oder Aussagen wie: "Ich fühle mich nicht schuldig für etwas, was ich nicht getan habe." Antworten gibt der Film keine, aber er sensibilisiert allemal.