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Update: 18.07.2018, 16:53 Uhr

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Aussichtsloser Sisyphos-Kampf

(fan) Teil zwei der "Sicario"-Trilogie ist Düsternis pur. Emily Blunt, quasi als moralischer Kompass, ist ausgeschieden. Der Drogenkrieg an der mexikanischen Grenze eskaliert, die Kartelle erweitern ihr lukratives Geschäft um Migranten-Schlepper samt Terroristen. Zur Bekämpfung wird Agent Matt Graver (Josh Brolin) zu einer illegalen Aktion geschickt, wieder dabei ist Auftragskiller Alejandro (Benicio Del Toro). Doch dann werden sie von der Polit-Obrigkeit im Stich gelassen, alles artet in aussichtslose Sisyphos-Arbeit aus. Zur knallharten Brutalität kommen immer mehr Zweifel der Protagonisten dazu. Eine nicht gänzlich überzeugende, aber gekonnte Reflexion der trostlosen Realität.

Sicario 2 (Sicario: Day of the Soldado), USA/ I 2018
Regie: Stefano Solima
Mit Benicio Del Toro, Josh Brolin, Isabela Moner

Der lange Abschied von einer Ikone

(greu) Es sind die eher verregneten Jahre im Leben der 60er Jahre Pop-Ikone Nico (herausragend: Trine Dyrholm), die die Italienerin Susanna Nicchiarelli in "Nico, 1988" festhält. Das ausschweifende Leben der deutschen Sängerin Christa Päffgen, die unter dem Künstlernamen Nico in New York zu Ruhm kam, führte über Süchte, Streitereien mit der Band und immer kleineren Locations mit immer weniger Publikum zu Nicos Unfalltod im Jahr 1988. Nicchiarelli fokussiert auf die letzten beiden Lebensjahre der Underground-Queen, und zeichnet das traurige Ende zwischen verwehrten Sehnsüchten und beklemmender Morbidität auf.

Nico, 1988, B/I 2018
Regie: Susanna Nicchiarelli
Mit Trine Dyrholm, John Gordon Sinclair, Anamaria Marinca

Die Doku, die selbst ein Mantra ist

(vf) Mantras singen. Das kennt jeder, der schon einmal eine Yoga-Stunde besucht hat und sich in Meditation versuchte. Für Nicht-Yogis: Es ist das (gemeinsame) Singen von einfachen Melodien, oder das melodische Sprechen von Texten. Regisseurin Georgia Wyss geht in ihrem Dokumentarfilm der Kraft dieser Gesänge nach: Zu Wort kommen neben einem Neurowissenschafter auch Musiker wie C.C. White oder der Rapper MC Yogi, die diese Welle für ihre eigene Arbeit nutzen. Wyss hebt Einzelschicksale hervor, deren Zuwendung zur Meditation auch Hilfe in Lebenskrisen bot. Dennoch kratzt diese Doku gerade einmal an der Oberfläche der Bedeutung spiritueller Musik, die Historie und Herkunft der Lieder wird ebenfalls nur kurz angerissen. Auch fehlt gänzlich eine kritische Perspektive. Es ist ein 85-minütiges Loblied, das eigentlich nach 30 Minuten abgesungen wäre.

Mantra - Sound Into Silence, E/
F/GRE/IND/RUS/USA/GB 2018

Regie: Georgia Wyss





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-07-18 16:14:00
Letzte Änderung am 2018-07-18 16:53:16


Kommentar

Freigesprochen von den "Seitenblicken"

Leitartikel Baumgartner Bernhard - © WZ / Thomas Seifert Es kommt nicht oft vor, dass der ORF einen redaktionellen Widerruf bringen muss. Und das ausgerechnet in den "Seitenblicken"... weiter





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