• vom 18.07.2018, 16:09 Uhr

Kultur

Update: 18.07.2018, 16:50 Uhr

Neu im Kino

Trister Krisenbericht




  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Thomas Fanta

  • "Abschied von den Eltern" kann die Psyche reparieren.

1961 erschien "Abschied von den Eltern" des deutschen Schriftstellers Peter Weiss (1916-1982), der sich auch als Maler und Filmemacher betätigte. In 113 Seiten Blocktext kann man einen autobiografischen Krisenbericht lesen. Leiden an den Eltern, an sich selbst, an seiner inneren Isolation, dem verzweifelten Ausbruch aus der Misere und Selbstfindung.

Tristesse und Schwarzblenden

Information

Drama
Abschied von den Eltern,
A 2017
Regie: Astrid Ofner
Mit Sven Dolinsky, Selma Bindewald, Coline Cisar

Als melancholische Ich-Figur liest Burgschauspieler Sven Dolinski Auszüge des Textes, zum Teil auch aus dem Off. Ergänzend werden auch Briefe, Bücher, altes Filmmaterial und Super-8-Material gezeigt. Es geht durch Orte, die der junge Autor aufsuchte. Dazu werden auch gescheiterte Versuche geschildert, sich anderen anzunähern. Wer im Laufe der 80 Minuten von all der Tristesse genug hat, darf sich vor Schwarzblenden erholen, die allerdings mehr den Rhythmus stören. Das Problem von Buchverfilmungen ist so alt wie Film selbst. Bei aller Subtilität und Augenhöhe zur Vorlage, sind es zwei völlig verschiedene Kunstformen, die sich nicht 1:1 umsetzen lassen. So auch beim ersten Langfilm der Linzer Schauspielerin Astrid Ofner, die bisher vier Kurzfilme gestaltet hat. Zur Seite stand wieder ihr langjähriger Lebensgefährte, der 2017 verstorbene Viennale-Chef Hans Hurch.

Heraus kam ein typischer Festival-Beitrag, nur für eine kleine Zielgruppe. Der Vorteil des Buchs gegenüber dem Film: Wenn es zu psychotisch wird, kann man es zuklappen, weglegen und später weiterlesen.





Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2019
Dokument erstellt am 2018-07-18 16:17:01
Letzte Änderung am 2018-07-18 16:50:55


Kommentar

Impfgegner sind wie Ebola

Die WHO hat das Verweigern von Impfungen unter die zehn größten Gesundheitsbedrohungen weltweit aufgenommen. Damit setzt die... weiter





Werbung



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Überwältigender Klangrausch
  2. Die Spannung der Stille
  3. James Blake entdeckt die Liebe
  4. Die Unwägbarkeiten von Körper und Klang
  5. Der Anfang ist gemacht
Meistkommentiert
  1. "Kammermusik ist fast wie Urlaub"
  2. Martha, Martha, du entschwandest
  3. Mit Furor zum Feuerzauber

Der Deutsche gab am Pult im Goldenen Saal des Musikvereins den Kapellmeister Deluxe.

Förderpreisgewinner Christoph Fritz mit Moderatorin Verena Scheitz und "vormagazin"-Chefredakteur Christoph Langecker. Peter Handke bei der Verleihung des 19. Wiener Theaterpreises "Nestroy" im Theater an der Wien. Hier mit dem Preis für sein Lebenswerk.

Neo-Viennale-Chefin Eva Sangiorgi (links) mit der Regisseurin des Eröffnungsfilms Alice Rohrwacher Sozialdemokratische Kundgebung für das Frauenwahlrecht, Wien-Ottakring, 1913



Werbung