1961 erschien "Abschied von den Eltern" des deutschen Schriftstellers Peter Weiss (1916-1982), der sich auch als Maler und Filmemacher betätigte. In 113 Seiten Blocktext kann man einen autobiografischen Krisenbericht lesen. Leiden an den Eltern, an sich selbst, an seiner inneren Isolation, dem verzweifelten Ausbruch aus der Misere und Selbstfindung.

Tristesse und Schwarzblenden

Als melancholische Ich-Figur liest Burgschauspieler Sven Dolinski Auszüge des Textes, zum Teil auch aus dem Off. Ergänzend werden auch Briefe, Bücher, altes Filmmaterial und Super-8-Material gezeigt. Es geht durch Orte, die der junge Autor aufsuchte. Dazu werden auch gescheiterte Versuche geschildert, sich anderen anzunähern. Wer im Laufe der 80 Minuten von all der Tristesse genug hat, darf sich vor Schwarzblenden erholen, die allerdings mehr den Rhythmus stören. Das Problem von Buchverfilmungen ist so alt wie Film selbst. Bei aller Subtilität und Augenhöhe zur Vorlage, sind es zwei völlig verschiedene Kunstformen, die sich nicht 1:1 umsetzen lassen. So auch beim ersten Langfilm der Linzer Schauspielerin Astrid Ofner, die bisher vier Kurzfilme gestaltet hat. Zur Seite stand wieder ihr langjähriger Lebensgefährte, der 2017 verstorbene Viennale-Chef Hans Hurch.

Heraus kam ein typischer Festival-Beitrag, nur für eine kleine Zielgruppe. Der Vorteil des Buchs gegenüber dem Film: Wenn es zu psychotisch wird, kann man es zuklappen, weglegen und später weiterlesen.