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Kultur

Update: 22.08.2018, 14:53 Uhr

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"Arisierung" und die Folgen

(fan) Im Sinne des Washingtoner Abkommens wurde 2001 unter der Regierung Schüssel/Haider eine unabhängige Schiedsinstanz für "Naturalrestitution" einberufen. Die Dokumentation "Lets Keep It" belegt deren mangelnde Tauglichkeit. Die Regisseurin geht, sorgfältig recherchiert, dem Umgang mit Gebäuden und Wohnungen nach, die von den Nationalsozialisten "arisiert" wurden und nach 1945 in das Eigentum Österreichs übergingen. Sowohl anhand persönlicher Schicksale der Betroffenen wie der eigenen Familiengeschichte. Eine Verbeugung vor den Opfern des dunkelsten heimischen Kapitels, aber auch Analyse der Auswirkung dieser fragwürdigen Rechtssprechung bis heute. Unbequem, aber von hoher politischer Relevanz.

Let’s Keep It, A 2018

Regie: Burgl Czeitschner.

Neapel sehen und sterben

(fan) Kunst, Schönheit und Reichtum gehören seit jeher zum Inventar von Neapel. Das weiß auch Adriana (Giovanna Mezzogiorno), die im traumhaft schönen Palazzo lebt. Doch ein Geheimnis überschattet ihr Leben. Das bricht auf, als sie sich bei einem One-Night-Stand in einen jüngeren Mann verliebt, der gleich darauf verschwindet. Als sie dessen Leiche sieht, beginnt sich langsam der Vorhang dieser schaurig-schönen Stadt zu lüften. Das folgende Labyrinth samt Verbrechen und Aberglauben könnte zum tollen Mix aus Erotikthriller, Krimi, Psychodrama, Illusionen werden. Doch nichts in dieser Erzählung dringt in tiefere Substanz ein. Die eigentlichen Elemente formen sich aus einer Flut von Atmosphäre und Ästhetik.

Das Geheimnis von Neapel, I 2017

Regie: Ferzan Özpetek.

Mit: Giovanna Mezzogiorno, Alessandro Borghi, Luisa Ranieri.

Dystopisches Schlachtfest

(fan) Zu viele Menschen, zu wenig Ressourcen und jede Menge Konflikte veranlassen die Regierung, ihre Bürger durch Massengift zu dezimieren. Die wenigen Überlebenden schließen sich zu Gangs zusammen, der Rest wird "Domestics" genannt. Von denen macht sich ein Paar auf einen langen Trip, um nach ihren Eltern zu suchen. Sie müssen sich durch eine Welt schlagen, für die das Recht des Stärkeren gilt. Glaubwürdig ist kaum etwas, eher komisch, etwa die bescheuerten Mottos der Gangs. Das sich in einer Ehekrise befindliche Paar bringt dem Film auch nicht viel. Hauptsache, die anderen schlagen einander die Köpfe ein. Mehr als Brutalität und Blut sind in diesem B-Dystopie Schlachtfest nicht drin.

The Domestics, USA 2018

Regie: Mike P. Nelson.

Mit: Tyler Hoechlin, Kate
Bosworth, Lance Reddick.





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-08-22 14:41:39
Letzte Änderung am 2018-08-22 14:53:57


Kommentar

Helga Beimer gibt auf

Es ist ein Schock, der nur damit vergleichbar wäre, wenn der ORF den "Moneymaker" einstellen würde. Am Freitag wurde bekannt, dass die ARD gedenkt... weiter





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