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Kultur

Update: 29.08.2018, 16:21 Uhr

Geniale Göttin

Eine Frau der Extreme




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Von Thomas Fanta

  • Die "Geniale Göttin" war mehr als nur "Sexbombe".

Bereits 1933 wurde ihr Nacktfilm "Extase" zum Aufreger. In Wien als Hedwig Eva Maria Kiesler im Jahre 1914 geboren, ging Hedy Lamarr bald darauf aus Angst vor den Nazis in die USA. In den 1940er Jahren wurde sie von Hollywood-Studios als "schönste Frau der Welt" vermarktet. Doch sie war viel mehr als das, insgesamt eine schwierige Persönlichkeit.

Nach steiler Karriere ging es bergab, sie wurde ein Opfer des Systems, das sie berühmt machte. Von ihrem Erfindungsreichtum ist allerdings wenig bekannt. Sie tüftelte an einer kompakten Würfelversion von Coca-Cola, vor allem an revolutionärer, störungssicherer Funkfernsteuerung für Torpedos, dem sogenannten Frequenzsprungverfahren, das sie mit dem Komponisten Georg Antheil entwickelte. Ihr Patent dafür wurde während des Zweiten Weltkriegs vom Militär ignoriert. Erst seit 25 Jahren ist bekannt, dass an Lamarr, die bis zum Tod 2000 zurückgezogen lebte, eine begabte Wissenschafterin verloren ging. Erst spät wurde sie dafür geehrt.

Information

Dokumentation
Geniale Göttin - Die Geschichte von Hedy Lamarr (Bombshell: The Hedy Lamarr Story)
USA 2017
Regie: Alexandra Dean.

Heute ist ihr "frequency hopping" unabdingbar für eine sichere Kommunikation. Der Marktwert von GPS, WLAN und Bluetooth genutzten Techniken wird auf 30 Milliarden Dollar geschätzt. Das wird auch in der Doku erwähnt, die einen sorgfältigen Mix aus Filmausschnitten, Archivmaterial, Talking Heads zusammenstellt, aber auch ein nie veröffentlichtes Interview. Höchst interessantes Porträt, das ihre Problembeladenheit allerdings in 90 Minuten nicht vollständig ausloten kann.







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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-08-29 15:56:48
Letzte Änderung am 2018-08-29 16:21:38


Kommentar

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