Adolf - ein Vorname wie jeder andere? Mitnichten. Seit Adolf Hitler hört man keine Mutter mehr nach einem kleinen Adolf am Spielplatz rufen. Wobei man einem Dolferl oder Adi schon einmal begegnet. Aber so richtig Adolf?

Dabei beginnt das Familienessen harmonisch: Der linksliberale Germanistikprofessor Stephan (Christoph Maria Herbst) und seine Frau Elisabeth (Caroline Peters), Lehrerin mit Herz und Seele, laden zum Gourmet-Abendessen in ihr gutbürgerliches Bonner Haus. Doch als Elisabeths Bruder Thomas (Florian David Fitz), ein aufgeblasener Immobilienmakler mit Grundschulausbildung, verkündet, dass er und seine schwangere Freundin Anna (Janina Uhse) ihren Sohn Adolf nennen wollen, bleibt den Gastgebern und dem musischen Familienfreund René (Justus von Dohnányi) der Aperitif im Hals stecken. Und schon geht es los: Der Streit über Kindererziehung, Jugendfreundschaften und einen Hundemord eskaliert, das Outing einer Liebesbeziehung gipfelt in einem Kinnhaken. Die Argumentationen werden einander entgegengeschmettert, das sogenannte Fass ist übergelaufen.

Dabei sind Namen doch nur Schall und Rauch? Regisseur Sönke Wortmanns Remake der französischen Komödie von Alexandre De La Patellière und Matthieu Delaporte aus dem Jahr 2012 ist ein pointierter, richtig herrlicher Streit zwischen Andersdenkenden - Wortmann überspitzt die Charaktere - und ihren Versuchen zu überzeugen. Und letztlich kommt alles sowieso ganz anders.