Filmkritik

In der Verstörung

  • Stiller Thriller: "Zauberer" von Sebastian Brauneis.

Ein Psychogramm der österreichischen Seele: Sebastian Brauneis blickt in seinem Spielfilmdebüt "Zauberer" in die (Un-)Tiefen seiner Protagonisten. Das Episodenstück nach einem Drehbuch des Grazer Schriftstellers Clemens Setz, das dieser gemeinsam mit Brauneis und Nicholas Ofczarek verfasste und das bei der Diagonale im März den Drehbuchpreis gewann... weiter





Filmkritik

Still bleiben!2

  • John Krasinskis ruhiger Horrorfilm "A Quiet Place".

Es ist Tag 79. Was genau am Tag null geschah, erfährt man nicht. Es ist auch nicht weiter wichtig. Barfuß schleicht die amerikanische Familie Abbott - Mutter (Emily Blunt), Vater (John Krasinski) und ihre drei Kinder - durch einen verlassenen Supermarkt, sie kommunizieren nur durch Zeichensprache, Mimik und Gestik... weiter




Filmkritik

Das Leben vor dem Tod

  • "Das etruskische Lächeln": Gefühlswandel im Alter.

1989 erschien der Roman "Das etruskische Lächeln" des spanischen Autors und Humanisten José Luis Sampedro (1917-2013), avancierte zum international hochgelobten Bestseller und kommt nun auf die Leinwand. Der Schauplatz wird in dieser US-Produktion zuerst nach Schottland, dann nach San Francisco transferiert... weiter




Filmkritik

Neu im Kino1

Reise in den Norden (vf) Die angehende Rentierzüchterin Elle Marja besucht in den 1930ern mit ihrer Schwester ein Internat - eigens für Kinder der Volksgruppe der Sami. Dort wird sie mit rassenbiologischen Untersuchungen und Vorurteilen konfrontiert, worauf sie beschließt, ihrem Volk den Rücken zu kehren... weiter




Trübsal am Meer: Romy Schneider (Marie Bäumer, re.) und Freundin Hilde (Birgit Minichmayr). - © Filmladen

3 Tage in Quiberon

Geschundene Seele3

  • Marie Bäumer als Romy Schneider in "3 Tage in Quiberon".

Es gibt einen Moment in "3 Tage in Quiberon", gleich zu Anfang, da meint man, dem Gezeigten lieber nicht folgen zu wollen - weil da Marie Bäumer kurz als Imitat von Romy Schneider zu sehen ist. Als ziemlich schlechtes sogar. Doch diese eine Nuance wandelt sich sogleich ins Gegenteil: Bäumer schafft es unter Anleitung von Regisseurin Emily Atef... weiter




Der Sex-Pakt

Hände weg von den Jungfrauen

Die Geschichte eines Vaters, der mit allen Mitteln versucht, Dates oder den ersten Sex seiner Tochter zu verhindern, ist ein alter Hut. Etwa "Hände weg von meiner Tochter" aus den 1980er Jahren. Nun wird alles penetrant der Jetztzeit angepasst, ständiges Computerlesen, Handyplappern, SMS, Emojis bis zur lesbischen Ausrichtung... weiter




Ein Film als Hommage an den Hauptdarsteller: Harry Dean Stanton als Lucky. - © polyfilm

Filmkritik

Ein glücklicher Realist4

  • Ein Film wie ein Gedicht: Harry Dean Stanton ist "Lucky".

Lucky (Harry Dean Stanton) lebt in einer staubigen Kleinstadt irgendwo im Süden der USA, wo die Kakteen in den blauen Himmel ragen. Dort macht er jeden Morgen zehn Yogaübungen, stiefelt dann ins Diner, um sein Kreuzworträtsel zu lösen und zu plaudern. Nachmittags schaut er sich Quizsendungen im Fernsehen an und abends trifft er in der Bar seinen... weiter




Filmkritik

Wo nicht der Status zählt

  • "Im Zweifel glücklich", von komisch bis schwerfällig.

Es sollte ein toller Trip werden. Brad Sloane (Ben Stiller), eigentlich ein sehr zufriedener Familienmensch, reist mit seinem Sohn Troy (Austin Abrams) zu verschiedenen Colleges, um das für den Nachwuchs beste herauszufinden. Als sie Boston besuchen, wo Sloane selbst sein Studium abgeschlossen hat, erinnert er sich an seine Vergangenheit... weiter




Filmkritiken

Neu im Kino1

Horror-Haus alter Schule (fan) Wieder einmal zieht eine Mutter mit zwei Töchtern in ein leer stehendes Anwesen und wird von brutalen Einbrechern terrorisiert. Überlebenskampf und andere einschlägige Klischees folgen. Dann kommen traumatische Erfahrungen und Wahnvorstellungen dazu. Regisseur Laugier hatte bereits mit "Martyrs" seine gnadenlosen... weiter




Filmkritik

Parabel der Popkultur2

  • Steven Spielbergs "Ready Player One" überzeugt.

Wenn es jemanden gibt, der die gesamte Popkultur der letzten 40 Jahre in einen einzigen Film packen kann, dann ist das Steven Spielberg. Der 71-jährige Wunderknabe hat seit Anbeginn seiner Karriere konsequent daran gearbeitet, mit viel Phantasie und Enthusiasmus Bilderwelten voller Anmut und Rasanz zu gestalten, die ihresgleichen suchen. Von "E.T... weiter




Sawyer Valentini (Serien-Star Claire Foy) will nichts mehr als ihre Entlassung aus der psychiatrischen Anstalt. - © Fox

Unsane

B-Movie mit Botschaft3

  • Steven Soderberghs rasant-unterhaltsamer Thriller "Unsane - Ausgeliefert" entstand am iPhone.

Wer in Hollywood Filme dreht, der kennt die KISS-Regel in- uns auswendig. Diese hat nichts mit Küssen auf der Leinwand zu tun, wie der Name nahelegen könnte, sondern sie besagt, dass man in dramaturgischer und produktionstechnischer Hinsicht alles kurz und einfach hält: Keep It Short and Simple eben... weiter




JIm Knopf

Neu im Kino

Einmal Insel und zurück (fan) Michael Ende (1929-1995) ist heute noch einer der erfolgreichsten deutschen Jugendbuchautoren. Nach "Die unendliche Geschichte" und "Momo" kommt der farbige Waisenknabe Jim Knopf auf die Leinwand. Mit seinem Freund, dem Lokführer Lukas und der Dampfeisenbahn Emma brechen sie von der winzigen Insel Lummerland zur... weiter




Loveless

In Zeiten der Auflösung

  • Familien(un)glück: "Loveless" von Andrey Zvyagintsev.

Die Ehe von Boris (Alexey Rozin) und Zhenya (Maryana Spivak) steht vor dem Aus; beide haben bereits neue Partner gefunden, Boris bekommt mit seiner neuen Freundin gar schon ein Kind. Dennoch leben die beiden noch immer unter demselben Dach, gemeinsam mit ihrem zwölfjährigen Sohn Alyosha (Matvey Novikov)... weiter




The Death of Stalin

Groteske Ränkespiele

  • "The Death of Stalin", bittere Satire über Machtkampf.

Moskau 1953: Hochrangige Parteigenossen aus dem Ministerrat speisen, zechen und scherzen ausgelassen mit ihrem Staatschef. Dennoch hängt die berüchtigte Todesliste als Folge eines einzigen falschen Wortes bereits zu Beginn über den Hochprivilegierten. Die vier Hauptfiguren sind Nikita Chruschtschow (Steve Buscemi), Gregory Malenkow (Jeffrey Tambor)... weiter




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Kommentar

Auch ein Ei kann die Welt retten

Judith Belfkih, stellvertretende Chefredakteurin der "Wiener Zeitung". Zur Spitze hin werden die feinen braunen Flecken auf der beigen Grundierung weniger. Die Spitze selbst ist gänzlich Sprenkel-frei... weiter





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Förderpreisgewinner Christoph Fritz mit Moderatorin Verena Scheitz und "vormagazin"-Chefredakteur Christoph Langecker. Peter Handke bei der Verleihung des 19. Wiener Theaterpreises "Nestroy" im Theater an der Wien. Hier mit dem Preis für sein Lebenswerk.

Neo-Viennale-Chefin Eva Sangiorgi (links) mit der Regisseurin des Eröffnungsfilms Alice Rohrwacher Sozialdemokratische Kundgebung für das Frauenwahlrecht, Wien-Ottakring, 1913