Fesselnd: Barbara Hannigan mit neuen Tönen. - © Raphael Brand
Fesselnd: Barbara Hannigan mit neuen Tönen. - © Raphael Brand

Wer hätte am Anfang des Konzerts gedacht, dass der Abend so enden würde? Erdig, ausgelassen, überschwänglich. Mit zwei Ungarischen Tänzen von Johannes Brahms in der Orchesterfassung von Antonín Dvořák. Allein der Programmverlauf spricht für sich bei diesem hochwertigen Gastspiel der Bamberger Symphoniker im Wiener Konzerthaus. Unter der Leitung des Chefdirigenten Jakob Hrůša konnte das Orchester seine Wandlungsfähigkeit und Bandbreite bestens aufzeigen.

Gläsern-zerbrechlich der Beginn mit Hans Abrahamsens Liederzyklus "Let me tell you". Für und mit Barbara Hannigan entstanden, sang die Kanadierin auch die Österreichische Erstaufführung am Samstag. Weltweit präsentiert die Musikerin das Werk mit elf verschiedenen Orchestern. Gemessen an der Reaktion von Hannigan und Hrůša beim Applaus scheint die Zusammenarbeit mit den Bamberger Symphonikern eine besonders geglückte zu sein.

Der dreiteilige Ophelia-Monolog des Dänen Abrahamsen nach einer Novelle des britischen Autors Paul Griffiths ist eine Komposition durchdrungen von regloser Intensität, Poesie und staunen machenden Klängen. Ob durch helle Spitzentöne oder beklemmendes Stottern: Barbara Hannigan fesselte mit ihrer Darstellung von Hamlets unglücklicher Geliebten.

Brahms’ Zweite,
kundig ausgeleuchtet

Fast erleichtert tauchten das Publikum und das Orchester dann in Johannes Brahms’ Zweite Symphonie ein. Ein herzinniges Meisterwerk, das die Bamberger Symphoniker mit warm schimmerndem Orchesterklang unter Jakob Hrůšas gediegen kundigem Dirigat klar ausleuchteten.