Großmeisterlich präsentierten Lisa Batiashvili (Violine), Gautier Capuçon (Violoncello) und Jean-Yves Thibaudet drei schillernde, viel zu selten in den Konzertsälen beachtete Perlen der Musikliteratur für kleine Besetzung: Emotionell tief gehender Mendelssohn, Ravel und Schostakowitsch standen am Montag im großen Musikvereinssaal auf dem Programm. Schon zur Eröffnung fesselte der fein beißende Witz des frühen c-Moll-Trios von Dmitri Schostakowitsch, ein Studentenwerk von 1923. Auf den hin und her wiegenden Klangexzess folgten die unglaublichen Solokantilenen der Streicher.

Kurzzeitige Erholung bot der ätherische Choral im ersten Satz von Maurice Ravels Trio für Klavier, Violine und Violoncello. Ein makabres Tänzchen und das impulsive Finale, perfekt miteinander musiziert, erinnerten dagegen an die Entstehungszeit des Werkes: Im August 1914 vollendete es der französische Komponist, der offenbar die Umbrüche der nahenden Zeit vorausahnte.

Den Höhepunkt des Abends widmeten die drei Ausnahmemusikern Mendelssohns zweitem Trio in c-Moll. Delikat und gänzlich unprätentiös gelang der Cellopart im Andante espressivo; das Scherzo geriet zu einem rotzfrechen, menschelnden Spaß. Im abschließenden Allegro appassionato schienen die drei Musiker auf höchstem Niveau voreinander davonzulaufen. Was für ein Plädoyer für den vergessenen Mendelssohn.