Wien. (irr) Der Rechnungshof (RH) hat die Albertina durchleuchtet und tadelt im Endbericht die Übernahme der Sammlung Essl. Allerdings: Dieser Deal ist nach Ende des Prüfzeitraums entscheidend nachgebessert worden. Ursprünglich war vereinbart worden, dass die Werke als Dauerleihgabe in das Museum gelangen und jährliche Zusatzkosten von 2,2 Millionen Euro anfallen würden. Kulturminister Gernot Blümel (ÖVP) erreichte aber in Nachverhandlungen, dass die Albertina 40 Prozent der Sammlung geschenkt bekommt, außerdem wurden die jährlichen Zusatzkosten auf unter eine Million Euro geschraubt.

Der RH hat die Geschäftsjahre 2013 bis 2016 unter die Lupe genommen. Prinzipiell heißt es in dem Bericht zum Thema: "Von der Albertina wären nur Dauerleihgaben zu übernehmen, die eine wirtschaftliche und zweckmäßige Ergänzung ihrer Sammlungen darstellen können." Dies scheint dem RH aber im Fall Essl fraglich. Konkret wird die Abhängigkeit von einer Subventionserhöhung von 2,2 Millionen Euro getadelt. Diese Summe ist mittlerweile zwar obsolet. Doch auch die aktuelle Lösung dürfte nicht im Sinne der Prüfer sein. Sie vergleichen die Essl-Übernahme mit jener der Sammlung Batliner, die vor elf Jahren an die Albertina ging. Im Fall Batliner benötige die Albertina lediglich zusätzliche Förderungen von jährlich 200.000 Euro, Depot-Kosten würden nicht anfallen. Im Fall der Sammlung Essl koste die Lagerung seit 2017 dagegen jährlich 320.000 Euro, insgesamt flossen vom Bund heuer 800.000 Euro an die Albertina für die Sammlung.

Blümel: "Kritik entkräftet"

Das Museum verteidigt die Übernahme: Die Sammlung soll im Künstlerhaus ausgestellt werden, das als zweiter Standort "großes Potenzial bietet, Einnahmen dauerhaft sicherzustellen". Blümel erklärt, mit der Schenkung die "beste Lösung" erzielt zu haben, dadurch sei "die Kritik entkräftet".