Schlafwandlerisch sicher: Daniil Trifonov. - © Dario Acosta
Schlafwandlerisch sicher: Daniil Trifonov. - © Dario Acosta

Ein spektakuläres Programm präsentieren die Wiener Philharmoniker derzeit unter der Leitung des französischen Dirigenten Alain Altinoglu - außergewöhnlich, was die Zusammenstellung und vor allem die Interpretation der Werke betrifft.

Claude Debussys "Prélude à l’après-midi d’un faune" begann am Mittwoch im Musikverein mit einem geheimnisvoll versponnenen Flötensolo und setzte sich herrlich schimmernd fort, flirrend, duftend, wie klingendes Parfüm. Von weitaus voluminöserer Machart dann Sergei Rachmaninows viel zu selten aufgeführtes Viertes Klavierkonzert. Immer noch wird die Musik des Russen zu wenig geschätzt und beachtet. Solist Daniil Trifonov, derzeit bejubelt wie kaum ein anderer Vertreter der jungen Pianistengeneration, spielte am Bösendorfer seine rhythmischen und perkussiven Stärken mit schlafwandlerischer Sicherheit aus. Alain Altinoglu trieb das Orchester zu fast schon verschwenderischer Imposanz an. Mit großen, aber glasklaren Gesten führte er durch den Abend; ekstatisch und kontrolliert zugleich steuerte er mit den bestens disponierten Wiener Philharmonikern in Richtung Finale.

Irisierende Farbenpracht

Über Nikolai Rimski-Korsakows Suite aus der Oper "Der goldene Hahn" führte der Weg schließlich zu Maurice Ravels fantastisch komponierter Zweiter Suite aus dem Ballett "Daphnis et Chloé". Hier hatte wieder die Flöte ihren großen Auftritt, ebenso die Oboe und die Klarinette. Irisierende Farbenpracht allerorts bis hin zum überwältigenden Schlusstaumel. Ein Energierausch der Extraklasse.

Konzert

Wiener Philharmoniker

Wh. am 12. und 13. Jänner im Wiener Musikverein

www.wienerphilharmoniker.at