Dirigent Paul McCreesh und sein Gabrieli Consort & Players überzeugten von Purcells "King Arthur". - © Gabrieli Consort
Dirigent Paul McCreesh und sein Gabrieli Consort & Players überzeugten von Purcells "King Arthur". - © Gabrieli Consort

2019 ist ein Henry Purcell-Jahr. Es gilt den 360. Geburtstag des "Orpheus Britannicus" zu feiern. Im Wiener Konzerthaus greifen die "Resonanzen", das formidable Festival Alter Musik, diese Gelegenheit auf und präsentierten am dritten Abend eine eigens eingerichtete konzertante Fassung des "King Arthur" durch Paul McCreeshs Gabrieli Consort & Players.

Die handverlesene Truppe aus England begeisterte das Publikum mit Sangeskunst, atemraubender Intensität und einem Höchstmaß an Zusammenspiel. Am nachhaltigsten beeindruckten die acht Sänger, drei Damen und fünf Herren, die mit herrlichen Stimmen sowohl chorisch, etwa mit butterweichen Einsätzen, als auch solistisch, mit individueller Ausdruckskraft, brillierten. Anna Dennis, die Lady in Red, Roderick Williams, der Charmeur und der lässig sonore Ashley Riches seien stellvertretend für das geschlossen hinreißende Vokalensemble genannt. Hüte, Schals und ein paar Platzwechsel mussten ausreichen, um die Szenerie von Purcells Semi-Opera ganz ohne gesprochene Dialoge zu illustrieren. (Die gegenteilige Gangart ist dieser Tage im Theater an der Wien zu bestaunen.)

Mit Argusaugen verfolgte Paul McCreesh jede Geste der Ausführenden. Das von ihm dirigierte siebzehn Köpfe zählende Orchester schmiegte sich seidenzart an die Vokalisten, begleitete gefühlvoll und bereitete den Boden für dieses Musizierfest mit zwei Erkenntnissen: Reduktion ist Trumpf und Brexit-Befürworter sind das Gabrieli Consort & Players keine: Mitten in einem Trinklied schwenkten die Gäste auf der Bühne plötzlich ihren Union Jack gemeinsam mit EU-Fähnchen. Frenetischer Applaus.