Pantomimin Nola Rae und ihr Puppenmozart. - © Mozartwoche
Pantomimin Nola Rae und ihr Puppenmozart. - © Mozartwoche

Mozartwoche à la Rolando Villazón: Das schafft einen leichten, verspielten Zugang zum Genius loci. Auch Clownerie darf sein, und Schattentheater auch. An solche Grenzgänge muss sich vielleicht die Stiftung Mozarteum als Veranstalterin selbst erst gewöhnen... Wie wir drauf kommen? Weil im Almanach zur Mozartwoche, der jedes Jahr noch dicker wird (aktuell 412 Seiten!), gerade ein dürftiges Blatt der Pantomimin Nola Rae und ihrer liebenswerten Performance "Mozart preposteroso" gewidmet ist. Ein Termin, der immerhin drei Mal in der Szene Salzburg angesetzt ist. Wunder also, dass beim ersten Mal am Montagnachmittag nur ein gutes Drittel der Plätze besetzt war?

Auf heftige Mundpropaganda für die rote Mozart-Nase der aus Australien stammenden, in London lebenden Künstlerin ist zu hoffen: Ihr Handwerk hat Nola Rae immerhin bei Marcel Marceau gelernt. Die Mischung aus Pantomime, Clownerie und Puppenspiel ist reizvoll und die Verbindung aus hintergründigem Humor und Slapstick, garniert mit einem guten Schuss Comedy, einfach umwerfend.

Da hat einer einen G’schrapp am Hals, dem das Komponieren ohnedies recht schwer fällt: Leopold Mozart. Wolfgang ist zuerst eine Puppe in Strampelhose, die gleich mal munter in die Tasten greift und zeigt, wo der Klavier-Bartl den Most holt. Bald ändern sich die Gewichte, da ist die Performerin Mozart, dem der Herr Papa als Puppe streng über die Schulter blickt. Die Last wird rasch abgeschüttelt. Könnte es sein, dass uns bisher die dem Alkohol zugewandte Wesensart Mozarts verborgen geblieben ist? Immerhin: Das Ton-Experiment mit dem imaginären Weinglas führt zum wunderbaren Adagio für Glasharmonika.

Zum Buntscheckigen dieser Mozartwoche gehört auch "Mozart’s Amazing Shadows", eine amerikanische Produktion, die man gleich elf Mal im Oval, der Theaterbühne im Europark (Salzburgs Einkaufszentrum im Stadtteil Taxham) präsentiert. Sieben Tänzerinnen und Tänzer werfen Schatten, und das sind nicht nur die Silhouetten von Menschen. Diese biegsamen jungen Leute verstehen sich darauf, blitzschnell auch die Konturen von Möbeln und Gebäuden herbeizuzaubern. Und Krinolinen! Dafür braucht’s drei Personen, will der Rock schöne Rundung haben. Blitzschnell bilden sich die Dinge und lösen sich ebenso spielerisch wieder in Gliedmaßen, in Menschen auf. Als (erwachsener) Zuschauer lernt man das kindliche Staunen.

Zaubrische Dinge

Adam Battelstein ist der Gründer und Leiter der Shadow-Illusion-Company Catapult Entertainment. Seit 2009 gibt es diese hochspezialisierte Gruppe, die ihre zaubrischen Dinge längst weltweit sehen lässt. In einer knappen Dreiviertelstunde wird ein Märchen erzählt, das mehr oder weniger zufällig in Salzburg spielt. Das Haus Mozart war gewiss guter Boden für eine Maus mit Musik-Sensorium. Gestrenge Väter gibt’s da wie dort: Mozart senior will seine Tochter künftig nicht mehr als Wundermädchen am Klavier, sondern als Heiratskandidatin und künftige Hausfrau sehen. Der alte Mäuserich goutiert gar nicht, dass sein Sohn Mauzart im Dunstkreis der Menschen umgeht. Aber die haben Musik!

Ein bündig erzähltes Märchen von Freundschaft und Berufung zur Tonkunst. Mozart’s Amazing Shadows hält sich nicht auf mit biografischen Details. Was aus Wolfgang geworden ist, wissen auch alle Europark-Besucher, egal welchen Alters. Und aus Mauzart? Er rockt am Ende zu Motiven der Königin der Nacht.