Daniel Barenboim bestach mit eleganter Kammermusik. - © dpa
Daniel Barenboim bestach mit eleganter Kammermusik. - © dpa

Mozart beim Kegeln: Dem Spiel nur zugewandt, wenn der Wurf an ihm ist, sonst ist er angeblich mit dem Kopf bei den Noten. Dass er sogar Teile des "Don Giovanni" am Rand der Kegelbahn geschrieben hätte, ist eine bald nach seinem Tod in die Welt gesetzte Geschichte.

Wie viel Glauben man dem auch schenken mag, soll, darf: Die Hornduos KV 487 habe er "unterm Kegelscheiben" geschrieben, notierte Wolfgang Amadé selbst. Das später so genannte "Kegelstatt-Trio" ist nur wenige Tage danach vollendet worden. Vielleicht sollte man die Anekdote ja doch für bare Münze nehmen.

Eines ist gewiss: Wenn Daniel Ottensamer (Klarinette), Yulia Deneka (Viola) und Daniel Barenboim (Klavier) dieses Stück bei der Salzburger Mozartwoche spielen, sind eine übers Holzbrett rumpelnde Kugel und davonstiebende Kegel das Allerletzte, was einem dazu einfiele. Eher wird von den dreien Takt um Takt bewusst gemacht, wie viel feinsinnige Originalität Mozart auch in ein Gelegenheitswerk, ein "Heimspiel" bei Freunden, investiert hat. Achtsam aussingend, in deutlich moderaten Tempi ist dieses Stück musiziert worden. Die präzis gesetzten, tonlich eleganten raschen Noten der Bratschistin in dem von der Klarinette so singend geführten Menuett/Trio suchten ihresgleichen. Eine Gelöstheit, die in dem Konzert am Donnerstag vom Publikum sichtlich goutiert wurde.

Überzeugender als im Sommer

In seinen drei Konzerten lässt Daniel Barenboim bei der Mozartwoche vor allem Klaviertrios vom Genius loci hören, mit Sohn Michael Barenboiman der Violine und Kian Soltani am Cello. Seit 2016 sind sie als Trio tätig. Bei den Festspielen haben sie vergangenen Sommer Beethoven-Trios realisiert, deutlich weniger überzeugend als jetzt Mozart.