Bereits die Kombination an sich versprach ein reizvolles Konzert. Adam Fischer am Dirigentenpult agiert bekanntermaßen stets wie ein energiegeladener Quirl. Als brenne ihm die aufzuführende Musik schier unter den Nägeln. Bloß keine Zeit verlieren, auf geht’s. Der griechische Geiger Leonidas Kavakos hingegen verströmt sachliche Ruhe. Diese beiden Charaktere zusammengespannt und dazu die ungemein sensibel musizierenden Wiener Philharmoniker ergab in Summe ein interessantes, sehr ansprechendes Ergebnis bei Mozarts Violinkonzert in A-Dur, KV 219. Kein Aufeinanderprallen der Gemüter, sondern ein stimmiges Sich Ergänzen mit dem nötigen Freiraum für jeden. Am schönsten gelangen jene Stellen, wo sich das Orchester nach Solopassagen mit herrlicher Finesse wieder dazugesellte. Leonidas Kavakos präsentierte seinen Part ausdrucksstark, mit klarer Kontur und kraftvollem Ton. Ganz im Hier und Jetzt. Keineswegs völlig über den Dingen stehend.

Flankiert wurde das Violinkonzert von Joseph Haydns Symphonie in C-Dur, Hob. I:97 (eine der "Londoner-Symphonien") und Mozarts "Jupiter-Symphonie" KV 551, ebenfalls in C-Dur. Zwei wunderbare Werke, die die Meisterschaft des jeweiligen Schöpfers vortrefflich zeigen. Mit klanglich fein ausbalancierten Streichern und Holzbläsern (Oboe!) in Bestform zeigten die Wiener Philharmoniker in diesem Abonnementkonzert im Großen Musikvereinssaal wie gut ihnen die Wiener Klassik liegt. Für Adam Fischer naturgemäß eine sichere Bank.