1938 ging Zeisl ins Exil, Paris und New York waren Stationen seiner Emigration, ehe er sich in Los Angeles niederließ, wo er seinen Vornamen zu Eric modifizierte und für den Film arbeitete. 1959 starb Zeisl.

Zeisl war Kompositionsschüler des konservativen Joseph Marx. Mit Schönberg ist Zeisl verwandtschaftlich verbunden: Seine Tochter Barbara heiratete Schönbergs Sohn Ronald.

Der Kreis um Zeisl in Los Angeles nimmt sich aus wie ein "Whos who der deutschsprachigen mitteleuropäischen Emigration", meinte der Kurator der Ausstellung Werner Hanak. Zeisls Adressbuch verzeichnet Namen wie Ernst Krenek, Erich Wolfgang Korngold, Hanns Eisler, Arnold Schönberg, Lion Feuchtwanger, Igor Strawinsky, Alma Mahler-Werfel.

Die Ausstellung, die von den Kuratoren Michael Haas, Karin Wagner und Werner Hanak konzipiert und von Thomas Geisler gestaltet wurde, zeichnet Zeisls Lebensweg anhand von Notenblättern, Fotos, Briefen und persönlichen Gegenständen nach. Besuchern steht ein Audioguide zur Verfügung, der auch musikalische Beispiele aus dem Werk Zeisls bietet.

Und genau bei diesen musikalischen Beispielen wird man unsicher, ob die Rückgewinnung von Werken Zeisls für das Repertoire möglich ist: Die Musik nämlich ist sehr konservativ, sie entspricht einem handwerklich hervorragenden Könner mit einem ästhetischen Verständnis der Vor-Mahler-Epoche.

Menschliches Schicksal und künstlerisches Vermögen sind leider in vielen Fällen nicht kongruent.

Was Wer Wo Wie

Endstation Scheinheiligenstadt - Eric Zeisls Flucht nach Hollywood

Ausstellung im Jüdischen Museum (1, Dorotheergasse Nr. 11)

Laufzeit: 30. November 2005 bis 26. März 2006

Zur Ausstellung erscheint ein Begleitbuch mit CD um Euro 19,90

Biografisch interessant.