Elina Garan a garantierte für große Emotionen. - © Staatsoper/Pöhn
Elina Garan a garantierte für große Emotionen. - © Staatsoper/Pöhn

Santuzza verlässt niemand so schnell. Das zeigte in Pietro Mascagnis "Cavalleria rusticana" aktuell auch der Staatsopernliebling par excellence Elina Garanča. Zu dem einaktigen Meisterwerk des Verismo pflegt die große Sängerin eine besondere Beziehung, denn 2003 debütierte sie darin als Lola im Haus am Ring.

Sechzehn Jahre später kehrte sie im Rahmen der 104. Aufführung von Jean-Pierre Ponnelles klassischer Guckkasteninszenierung als verratene Geliebte in das üble, sizilianische Osterfest zurück. Und diese Santuzza hatte wirklich viel zu bieten: Freilich agierte die Garanča wie üblich stimmgewaltig, doch vor allem ihr verletzliches, mit belcantesken Nuancen angereichertes Spiel punktete.

Mit welcher Intensität sie zwischen Rachegelüsten und Schuldgefühlen changierte, verlangte dem gebannten Publikum ebenso wie all den anderen Rollendebütanten des Abends viel ab. Yonghoon Lee gab erstmals einen geradlinigen, bisweilen grob forcierenden Turridu - persönlich berührend gelang Zoryana Kushpler die Mamma Lucia. Paolo Rumetz machte als gehörnter Alfio eine impulsive Figur, Svetlina Stoyanova debütierte als Lola.

Nach der Pause ging es mit dem "Bajazzo", mit 100 Prozent Rollendebüts angereichert, ähnlich intensiv weiter. Mit Fabio Sartori als Canio, Marina Rebeka als Nedda und George Petean (Tonio) bewegte sich ein hörbar versiertes Verismo-Gespann durch die naturalistische Schaustellerszenerie. Solide auch der Beppo von Jörg Schneider und Silvio (Igor Onishchenko). Speziell Rebekas gar nicht gespielt wirkender Todeskampf geriet zum weiteren Höhepunkt eines Abends der großen Emotionen voller Hass, Liebe und Schmerz. Dirigent Graeme Jenkins verlangte Staatsopernorchester und bestens vorbereiteten Staatsopernchor höchste Konzentration in Einsatztreue und Dynamik ab.