Arbeit in guter Stimmung: Matthias Naske. - © apa/Hans Punz
Arbeit in guter Stimmung: Matthias Naske. - © apa/Hans Punz

Wien. Schlicht, doch stimmig ist es, das neue Logo des Wiener Konzerthauses: Vier verschiedenfarbige, überlappende Kreise strahlen auf der Website, bringen das Alleinstellungsmerkmal des Hauses auf den Punkt - seine Vielfalt und eine kluge Verknüpfung verschiedener Genres.

Seit sechs Jahren bedient Intendant Matthias Naske dieses Profil, seit heuer unter verbesserten Bedingungen: Dank eigener Anstrengungen sowie Bund und Gemeinde Wien sind die alten Bauschulden endlich getilgt worden, was "der Stimmung durchaus gutgetan hat", sagte Naske am Mittwoch bei der Vorschau auf die Saison 2019/20. Auch andere Zahlen malen ein erfreuliches Bild: So wuchs die Adresskartei seit 2013 pro Saison im Mittelwert um 7,5 Prozent; das Durchschnittsalter der eingetragenen Kunden liest sich mit 47 Jahren fast juvenil für ein Haus, das in der Klassik engagiert ist.

Auch die nächste Saison beweist freilich Vielseitigkeit: Porträtreihen widmen sich dem kosmopolitischen Dirigenten Paavo Järvi, Orgelvirtuosin Iveta Apkalna, Countertenor Philippe Jaroussky, aber auch der Komponistin Eva Reiter und dem Jazz at Lincoln Center Orchestra mit Chef Wynton Marsalis. Auch der Arnold-Schoenberg-Chor wurde mit einem Schwerpunkt bedacht, präsentiert an fünf Abenden großformatige Vokalwerke. Dabei beginnt die Saison schon stimmlastig: Pultexzentriker Teodor Currentzis leitet zwischen 5. und 9. September die drei Mozart/Da Ponte-Opern mit seinem muiscAeterna orchestra. Auch danach mangelt es nicht an Klassik-Stars: Christian Thielemann und Daniel Barenboim dirigieren, Daniil Trifonov, Grigori Sokolov und Lang Lang sitzen am Klavier, Piotr Beczała und Christian Gerhaher singen. Weltmusik-Highlights dürften Mariza und Goran Bregović setzen, der Zyklus Wiener Lieder beschert Auftritte von Roland Neuwirth und Der Nino aus Wien, "City Sounds" stellt Hoffnungsträger des heimischen Indie-Pop vor. Der neue Zyklus "klangberührt" wendet sich an ein Publikum mit und ohne Behinderungen: Die 75-minütigen Konzerte, unter anderem mit Martin Grubinger und Otto Lechner, sollen einen "unmittelbaren Zugang zur Musik garantieren".