Ein Lächeln vor dem Abschied: Intendant Angyan. - © apa/Hochmuth
Ein Lächeln vor dem Abschied: Intendant Angyan. - © apa/Hochmuth

Wien. (irr) Auch in der nächsten Musikvereins-Saison gilt: Was anderswo eine Sensation wäre, ist hier Programm. Der Katalog - üppig, doch ein Musterbeispiel an Eleganz - vereint erneut ein Who is who der Klassikstars. Wobei: Ein Name taucht da wohl zum letzten Mal an prominenter Stelle auf, nämlich der von Thomas Angyan. Der Intendant wird mit Ende der nächsten Saison, nach insgesamt 32 Jahren, das Direktionszimmer räumen. Der Nachfolger, höchstwahrscheinlich der deutsche Kulturmanager Stephan Pauly, wird Anfang April vorgestellt.

Seine letzte Saison darf sich Angyan mit zwei Jubiläen versüßen. Einerseits steht der 150. Geburtstag des Gebäudes bevor. Punktgenau am 6. Jänner 2020 werden die Wiener Philharmoniker darum bei einem Festtermin das Eröffnungsprogramm des Hauses wiederholen. Gefeiert wird das Wiegenfest aber über die ganze Saison. Angyan rückt emblematisch Künstler ins Zentrum, die dem Musikverein seit geraumer Zeit verbunden sind. So etwa Daniel Barenboim, der als Orchesterleiter und Pianist auftreten wird; zudem Philippe Jordan, der in seine letzte Saison als Chefdirigent der Wiener Symphoniker geht, darüber hinaus Maestro Riccardo Muti und Junggeiger Emmanuel Tjeknavorian. Weitere Porträtkünstler widmen sich vor allem dem anderen Jubiläum der Saison, dem 250. Geburtstag Ludwig van Beethovens. Publikumsliebling Rudolf Buchbinder wird die Klavierkonzerte spielen, Andris Nelsons seine Auseinandersetzung mit den Symphonien fortsetzen. Es erklingen aber auch Kuriosa des krausköpfigen Klassikers, etwa sein Schlachtengemälde "Wellingtons Sieg" in einer Fassung für Klavier-Trio.

In hellen Scharen halten wieder die Gastorchester Einzug, darunter die Klangkörper von Cleveland und Pittsburgh, die Berliner und Münchner Philharmoniker, die Staatskapelle Dresden unter Christian Thielemann sowie die Tschechische Philharmonie.

32 Mal Druckfrisches

Ein weiterer Schwerpunkt gilt der Neuen Musik: 32 druckfrische Werke kommen zum Einsatz, acht davon sind Aufträge des Hauses und wurden an Künstler vergeben wie Johannes Maria Staud, Johanna Doderer und Bernd Richard Deutsch.