Die Wurzeln des europäischen Theaters kennt jeder: Sie sind unter den Ruinen des alten Griechenlands zu finden. Wo dagegen das Streichquartett zur Welt kam, weiß kaum jemand. Angeblich erblickte es das Licht der Kunstwelt im niederösterreichischen Schloss Weinzierl: Hier soll der junge Joseph Haydn, noch vor seinen langjährigen Diensten bei den Fürsten Esterházy, den Prototypen der Gattung ersonnen haben. Seit 2009 erinnert ein Festival an diese Pioniertat: Alljährlich bittet das Wiener Altenberg Trio talentierte Kammermusiker in dem Mostviertler Prachtbau zu einem mehrtägigen Stelldichein.

Die Konzertreihe findet nun von Donnerstag, 30. Mai, bis zum Sonntag statt. Vier Tage lang werden der Festsaal und die Kapelle des Schlosses mit delikater Kammermusik beschallt. Dabei huldigen die Künstler nicht nur dem Genius loci Haydn, sondern auch Tonsetzern der frühen Moderne wie Richard Strauss, Erwin Schulhoff oder Bohuslav Martinů. Neben dem Altenberg Trio mit seinem Pianisten Christopher Hinterhuber treten dabei unter anderem die Bratschisten Thomas Selditz und Thomas Riebl in Erscheinung sowie die Blasmusikerinnen Stefanie Liedtke (Fagott), Katerina Javůrková (Horn) und Selina Ott (Trompete). Weitere Informationen und Karten auf der Festival-Homepage.